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100 000 Schwarzfahrer pro Jahr in Göttingen

150 000 Euro Schaden jährlich 100 000 Schwarzfahrer pro Jahr in Göttingen

Schwarzfahrer sollen ab dem nächsten Jahr 60 statt 40 Euro Bußgeld zahlen. Das hat der Bundesrat beschlossen. Die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) begrüßen den bundesweiten Vorstoß. „Die letzte Erhöhung war vor zwölf Jahren. Die Fahrpreise sind seitdem gestiegen“, erklärt deren Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke.

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Soll bald 60 statt 40 Euro kosten: Das Fahren ohne gültigen Fahrausweis in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Zumal der wirtschaftliche Schaden, der von Schwarzfahrern angerichtet werde, für die GöVB enorm sei. Er liege geschätzt bei 120 000 bis 150 000 Euro im Jahr.

„Schwarzfahren ist wie Steuerhinterziehung. Es ist unsolidarisch, weil andere für mich bezahlen müssen“, sagt Gallinat-Mecke.

Die Schwarzfahrerquote bei den GöVB ist nach eigenen Angaben seit einigen Jahren relativ konstant. „Wir gehen davon aus, dass etwa 0,5 bis ein Prozent der Busnutzer ohne gültigen Fahrausweis fahren, also mehr als 100 000 pro Jahr“, erklärt Gallinat Mecke. Die Quote sei früher noch höher gewesen.

„Großes Verständnis“

„Durch die Einführung des Vorn-Einstiegs 2006 hat sie sich annähernd halbiert.“ Gegen Schwarzfahrer gehen die GöVB mit regelmäßigen Fahrausweiskontrollen vor. Wie viele Kontrolleure dafür eingesetzt werden, was das im Jahr kostet und wie viele Schwarzfahrer dabei pro Jahr ermittelt werden, will Gallinat-Mecke nicht verraten. Nur so viel: Es werde fast täglich kontrolliert, und zwar immer in Zweierteams.

Die Fahrgäste hätten „großes Verständnis“ für die Kontrollen, sagt Gallinat-Mecke. Wird dabei jemand ohne gültigen Fahrschein angetroffen, muss er ein sogenanntes erhöhtes Beförderungsentgelt von 40 Euro bezahlen – also die Summe, die bald auf 60 Euro erhöht werden soll.

Anzeigen erfolgen laut Gallinat-Mecke bei Wiederholungstätern und bei gefälschten Fahrscheinen. Bei Letztgenannten handele es sich um Fahrscheine, die auf unterschiedliche Arten manipuliert worden seien.

Gegen eine Kriminalisierung zahlungswilliger Fahrgäste

Um Ausflüchte sind Fahrgäste, die von den Kontrolleuren ohne gültigen Fahrausweis angetroffen werden, übrigens in den meisten Fällen nicht verlegen. Die meistgenannten Ausreden lauten nach Angaben von Gallinat-Mecke: „Ich habe meine Monatskarte vergessen“ und „ich wusste nicht, dass ich meinen Fahrschein entwerten muss“.

Der Fahrgastverband Pro Bahn ist gegen die Gesetzesänderung. Man fordere zwar seit langem, dass notorische Schwarzfahrer strenger bestraft werden. „Wir wenden uns aber deutlich gegen eine Kriminalisierung zahlungswilliger Fahrgäste“, sagt der Bundesvorsitzende Jörg Bruchertseifer.

Zudem lägen Pro Bahn „zahlreiche Fahrgastbeschwerden vor, in denen dargelegt wird, dass immer wieder zahlungswillige Fahrgäste durch mangelhafte Information, defekte Automaten oder schlechten Kundenservice ohne gültige Fahrkarte in Bahn oder Bus angetroffen werden“.

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