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100-Pfeile-Turnier für Kyudo-Bogenschützen

Zielsicher mit Verbeugungs-Zeremonie 100-Pfeile-Turnier für Kyudo-Bogenschützen

„Wir befinden uns auf einem Weg“, sagt Ralf Frickemeier. „Einem langen Weg, den viele von uns schon seit Jahrzehnten begehen, ohne sich auch nur annähernd dem Ziel zu nähern.“ Wovon der 54-Jährige spricht? Vom Bogenschießen.

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Mit hoher Konzentration und festgelegten Bewegungsabläufen spannen die Wettbewerbsteilnehmer ihren Bogen.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Genauer gesagt, von dessen japanischer Variante, dem Kyudo. 15 Anhänger dieser im 16. Jahrhundert entwickelten Kriegskunst trafen sich am Sonnabend in der Wörthhalle zum 3. Niedersächsischen 100-Pfeile-Turnier.

Ihre Kunst habe heutzutage allerdings nichts mehr mit Kampf, dafür umso mehr mit Zeremonie, Selbstdisziplin und Bewunderung für die japanische Kultur zu tun, sagt Fricke-meier. Sechs Stunden hatten sie für ihre 100 Schüsse Zeit, wobei die ersten Teilnehmer schon nach vier, die letzten nach fünf Stunden fertig waren. „Leider fanden am Wochenende in Niedersachen einige andere Kyudo-Veranstaltungen statt, so dass weniger Teilnehmer als sonst kamen und die Schützen dementsprechend kürzere Wartezeiten hatten, bis sie wieder an der Reihe waren“, bedauerte Horst Neubauer von der gastgebenden Kyudo-Gesellschaft Leine-Dojo Göttingen.

Aber auch vier bis fünf Stunden für 100 Schüsse sind ja nicht gerade wenig. Der Grund dafür, dass die in schwarz-weiße Tracht gewandten Schützen so lange brauchen, ist nicht nur, um genau zu zielen. Sie befolgen auch einen zeremoniellen Bewegungsablauf, zu dem sogar eine Verbeugung gehört. Aber dieser Bewegungsablauf hat auch sportliche Gründe: je besser ein Schütze ihn beherrscht, desto genauer trifft er, sagen die Profis. Wobei man drei bis vier Jahre benötigt, bis man gut genug ist, um zum ersten Mal an einem Turnier teilnehmen zu können. Und bis man ein Meisterschütze ist, dauert es Jahrzehnte. Da ist er wieder, der von Frickemeier beschriebene lange Weg.

Den Weg ins Ziel fanden am Sonnabend während des 100-Pfeile-Turniers am häufigsten die Pfeile von Markus Hanssler (Wolfsburg). Die Göttinger Lokalmatadorin Dana Rotter wurde Zweite.

Von Hauke Rudolph

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