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1400 Bedürftige bei der Tafel – Tendenz steigend

Jahresbilanz 1400 Bedürftige bei der Tafel – Tendenz steigend

Die Göttinger Tafel hat für das vergangene Jahr Bilanz gezogen. Rund 24000 Stunden ehrenamtliche Arbeit sind geleistet, 200 Tonnen Lebensmittel sind an Bedürftige ausgegeben worden. Größtes Problem im Moment: die Suche nach neuen Räumen in der Innenstadt.

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Ehrenamtlich: Eckhard Fenner, Vorsitzender der Göttinger Tafel, hilft regelmäßig bei der Ausgabe von Lebensmitteln.

Quelle: Christoph Mischke

1400 Bedürftige nehmen nach Zahlen, die die Göttinger Tafel in dieser Woche vorgelegt hat, die Hilfe der Einrichtung in Anspruch. Rund 1100 davon werden von der Tafel direkt in der Hauptstelle am Jacobikirchhof und in den Außenstellen in Geismar, Grone und auf dem Holtenser Berg betreut. Zusätzliche 300 lassen sich indirekt über die Einrichtungen Straßensozialarbeit, Frauenhaus, Drogenberatungsstelle, Awo-Kinderhaus und Bahnhofsmission helfen. Der Anteil der betreuten Kinder und Jugendlichen liegt im Schnitt bei rund 41 Prozent. „Nach unserer Einschätzung wird die Zahl unserer Kunden steigen. Langsam, aber stetig“, sagt Tafel-Geschäftsführerin Martina May.

200 Tonnen Lebensmittel sind im vergangenen Jahr an die Bedürftigen ausgegeben worden. Dazu haben die Tafel-Mitarbeiter rund 50000 Kilometer zurückgelegt, um Lebensmittel aus Bäckereien, Supermärkten oder Tankstellen abzuholen. 24000 Stunden eherenamtliche Arbeit sind für Transporte und in den vier Ausgabestellen im Stadtgebiet geleistet worden. Hinzukommt die Arbeit von zwei hauptamtlichen Kräften, zwei Zivildienstleistenden und zwei Reinigungskräften.

Finanziell sei 2008 ein gutes Jahr gewesen, erklärt May. „Mit rund 153000 Euro erreichten die Einnahmen den absoluten Spitzenwert seit Gründung der Tafel vor fast 15 Jahren.“ Mehr als die Hälfte des Geldes kam durch Spenden und Erlöse aus zahlreichen Veranstaltungen zusammen. Zweitgrößter Einnahme- Posten: Erbschaften in Höhe von 44000 Euro. Den Einnahmen stehen 111000 Euro Ausgaben gegenüber. Größter Posten hier: 67000 Euro für Personal. „Das Anlagevermögen der Tafel hat sich dadurch auf 41300 Euro erhöht“, sagt May.

Standort Innenstadt

Ein Problem hat der Tafel-Verein auch im vergangenen Jahr nicht gelöst: neue Räume zu finden. Die am Jacobikirchhof platzen aus allen Nähten. Inzwischen sei man vermutlich fündig geworden, sagt Schatzmeister Herbert Flügge. Weil die Verhandlungen mit den Eigentümern noch nicht abgeschlossen seien und baurechtliche Dinge geklärt werden müssten, wollte Flügge noch keine Details nennen. Angestrebt sei aber, dass Objekt zu kaufen. Angesichts der hohen Mietpreise in Göttingen mache nur ein Kauf wirtschaftlich Sinn. Die Tafel legt Wert darauf, in der Innenstadt zu bleiben und nicht in „mögliche Alternativen in den Industriegebieten“ auszuweichen, sagt Eckhard Fenner, Vorsitzender der Tafel: „Reale alltägliche Bedürftigkeit als Folge der wachsenden Armut in unserer immer noch wohlhabenden Gesellschaft muss auch in unserer Stadt sichtbar bleiben.“

Im Mittelpunkt der Tafel-Aktivitäten steht in diesem Jahr das Bundestafeltreffen in Göttingen vom 11. bis 13. Juni. Dazu werden bis zu 1000 Tafel-Aktive erwartet.

                                                                                                     Von Michael Brakemeier

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