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1500 Demonstranten ziehen durch Göttingen

Streik in kommunalen Bildungseinrichtungen 1500 Demonstranten ziehen durch Göttingen

Etwa 1500 Therapeuten, Erzieher und Sozialarbeiter aus Niedersachsen, Nordhessen und Nordrhein-Westfalen haben am Mittwoch in Göttingen für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter der Beschäftigten in kommunalem Behinderteneinrichtungen demonstriert.

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Demonstration streikender Erzieher und Sozialarbeiter in Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Sie fürchten, dass ihre Gruppe bei den Tarifverhandlungen zwischen Erziehern und Sozialarbeitern und ihren Arbeitgebern „wieder hinten runter fallen“, sagte die Gewerkschafterin Annette Klausing vom Verdi-Landesvorstand in Niedersachsen.

 
Ausgestattet mit Transparenten, Trillerpfeifen, Trommeln und Megafon zogen die Demonstranten am Vormittag vom Schützenplatz am Bahnhof vorbei über den Bürgerring in die Innenstadt. Bei Kundgebungen am Neuen Rathaus, Kreishaus und Gänseliesel forderten sie auch die Göttinger Politiker und Kommunalspitzen auf, sich für ihre Forderungen einzusetzen. Sozialarbeiter aus Behindertenwerkstätten berichteten über die steigenden Anforderungen an ihre Arbeit, unzureichende Bezahlung und nicht auskömmliche Teilzeitjobs.

Seit viereinhalb Wochen befinden sich bundesweit etwa 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter im Streik. Auch im Raum Göttingen sind kommunale Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen geschlossen. Unter dem Motto „aufwerten jetzt“ kämpfen die Beschäftigten in staatlichen Kitas und Sozialen Diensten für eine größere gesellschaftliche und finanzielle höhere Anerkennung ihrer Berufe. Nach längerer Pause verhandeln Gewerkschaftsvertreter und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VDK) seit Montag wieder. Im Bereich der Behinderteneinrichtungen sieht die VDK keinen Nachbesserungsbedarf.

 
Am Neuen Rathaus diskutierten die Demonstranten mit Göttingens Jugenddezernent Siegfried Lieske (Grüne) und forderten ihn auf, sich bei der VDK für ihre Forderungen einzusetzen. „Ein Aufwertung ihrer Berufe ist wirklich notwendig“, sagte Lieske. Die am Ende ausgehandelten Ergebnisse „müssen von den Kommunen aber auch bezahlbar sein“, schränkte er ein. Dazu beitragen könne eine bessere Finanzausstattung der Städte und Gemeinden aus den Steuereinnahmen des Bundes.  Er hoffe auf ein Ergebnis der Tarifverhandlungen, mit dem am Ende beide Seiten zufrieden sein können, so Lieske. Den Demonstranten reichte diese Aussage nicht. „Es ist an der Zeit, dass ein Ruck durchs Land geht und der gesellschaftliche Wert sozialer Arbeit auch anerkannt wird“, forderte ein Redner am Markt und kündigte an: „Wir werden so lange auf die Straße gehen, bis es ein gutes Ergebnis gibt. Für die kommenden Tage hat Verdi weitere Streikaktionen angekündigt.

 

Der Artikel wurde aktualisiert.

Rund 1500 Therapeuten. Erzieher und Sozialarbeiter aus Niedersachsen, Nordhessen und Nordrhein-Westfalen haben am Mittwoch in Göttingen für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter der Beschäftigten in kommunalen Behinderteneinrichtungen demonstriert.

Fotos: Hinzmann

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