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17-jähriger Schüler kommt wegen Mordes vor Gericht

Vater erschossen 17-jähriger Schüler kommt wegen Mordes vor Gericht

Ein 17-jähriger Schüler aus Göttingen muss sich demnächst wegen Mordes vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat den 17-Jährigen angeklagt, im April dieses Jahres seinen 58-jährigen Vater erschossen zu haben.

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Ort eines Familiendramas: An der Diemardener Warte soll der damals
16-Jährige seinen Vater erschossen haben. Foto: CR

Quelle: Alciro Theodoro da Silva

Göttingen/Gleichen. Wie das Gericht am Donnerstag auf Anfrage bestätigte, wird die Hauptverhandlung voraussichtlich im September stattfinden. Spaziergänger hatten die Leiche des 58-jährigen Mannes Ende April in der Feldmark an einem mittelalterlichen Beobachtungsturm im Bereich der so genannten Diemardener Warte in der Gemeinde Gleichen (Kreis Göttingen) gefunden.

Der Vater starb durch Schüsse in den Oberkörper

Die Obduktion in der Göttinger Rechtsmedizin ergab, dass der 58-Jährige durch Schüsse in den Oberkörper starb. Die Polizei hatte den zur Tatzeit 16-jährigen Gymnasiasten wenige Stunden nach dem Auffinden der Leiche an seinem Wohnort in Göttingen festgenommen. Er wurde danach zunächst in einer psychiatrischen Klinik untergebracht und kam dann aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Göttingen in der Jugendanstalt Hameln in Untersuchungshaft.

Da der Angeklagte noch Jugendlicher ist, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. In Strafverfahren, die sich lediglich gegen Jugendliche richten, ist die Öffentlichkeit grundsätzlich von der Verhandlung ausgeschlossen. Die Justizbehörden geben daher auch keine näheren Auskünfte zu den Inhalten der Anklage.

Tatmotiv soll im familiären Bereich liegen

Die Polizei hatte damals nach der Festnahme des Schülers mitgeteilt, dass das Tatmotiv vermutlich „im innerfamiliären Bereich“ liege. Um weitere Erkenntnisse über mögliche Hintergründe der Tat zu erhalten, hatten die Ermittler der 16-köpfigen Mordkommission „Aussicht“ das private Umfeld des Tatverdächtigen beleuchtet sowie Anwohner und sonstige Zeugen befragt. Unbestätigten Informationen zufolge soll der Schüler gemeinsam mit seiner Mutter in Göttingen gelebt haben. Der 58-jährige Vater soll sich jahrelang nicht um seinen Sohn gekümmert haben. Kurze Zeit vor der Tat soll der studierte Elektrotechniker dann damit begonnen haben, den damals 16-Jährigen und dessen Mutter zu bedrängen und sie gegen ihren Willen zu kontaktieren.

Aufgrund der Spurenlage geht die Polizei davon aus, dass der Fundort der Leiche auch der Tatort gewesen war und der Schüler seinen Vater auf dem Diemardener Berg an dem mittelalterlichen Wachturm erschossen hat. Die Fahnder hatten damals auch die mutmaßliche Tatwaffe beschlagnahmt. Wo die Waffe herkam und wem sie gehörte, wurde wegen der laufenden Ermittlungen nicht mitgeteilt. Die Polizei machte auch keine Angaben dazu, wie es zu dem Zusammentreffen von Vater und Sohn auf dem Aussichtspunkt gekommen war.

Der 1409 erbaute Rundturm ist der letzte komplett erhaltene Wartturm des mittelalterlichen Frühsystems für Göttingen. Die Turmwächter sollten die Stadt vor herannahenden Feinden warnen.

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