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20 Fälle von multiresistenten Keimen (MRSA) im Jahr 2014 in Göttingen

„Engagierte Überwachung“ 20 Fälle von multiresistenten Keimen (MRSA) im Jahr 2014 in Göttingen

Die Kontrollen sind mal angemeldet, mal nicht: Einmal pro Jahr aber sind die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in jedem der acht Göttinger Krankenhäuser an elf Standorten vor Ort. Den Vorwurf, nicht ausreichend gegen gefährliche Krankenhauskeime vorzugehen, hat Gesundheitsamtleiter Eckart Mayer im Sozialausschuss zurückgewiesen.

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Einmal pro Jahr aber sind die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in jedem der acht Krankenhäuser in Göttingen an elf Standorten vor Ort.

Quelle: dpa

Göttingen. „Wir müssen uns nicht verstecken“, erklärt er. Jedes Jahr in jedem Haus eine Kontrolle, das sei nicht selbstverständlich.

Denn: In anderen Bundesländern wie Bremen oder Baden-Württemberg gebe es deutlich weniger Begehungen. Gesetzlich sei nicht geregelt, wie oft und wann die Behördenmitarbeiter die Einhaltung der infektionshygienischen Vorkehrungen in Kliniken, Altenheimen, Kindergärten und anderen Einrichtungen kontrollieren müssen.

Mayr sprach von einer „schwammigen Gesetzesgrundlage“. Und weiter: „Wir haben in Göttingen eine engagierte Überwachung und leisten mehr als andere.“ Dennoch könne man mit dem vorhandenen Personal nur stichprobenartig kontrollieren. „Wir setzen auf Kooperation und nicht auf Überwachung“, so der Amtsleiter. „Drei Kliniken in Göttingen sind so gut, dass sie freiwillig wollen, dass wir unangemeldet kommen. Das ist der richtige Weg.“
Aufgabe des Gesundheitsamtes ist es, Infektionsgefahren zu erkennen und Risiken zu minimieren. Monierte Mängel seien laut Mayr beispielsweise baulich-fachliche Defizite wie beschädigte Oberflächen, fehlende Hygienepläne oder die unzureichende Trennung zwischen reinen und unreinen Bereichen.

Ein weiteres Problem seien  strukturelle Mängel. Beispielsweise Anzahl und Qualifikation des Personals. Krankenhäuser mit mehr als 400 Betten müssen mindestens einen Krankenhaushygieniker beschäftigen. Das sei laut Mayr, wie zum Beispiel im Weender Krankenhaus, kaum möglich, das es zu wenige Hygieniker gebe. „Diese Lücke muss man schließen“, so Mayr.

Im vergangenen Jahr sind in Göttingen 20 Fälle von multiresistenten Keimen (MRSA) gemeldet worden. Deutlich mehr  als in den Jahren zuvor. Das Problem an den Zahlen: Meldepflichtig sind nur die MRSA-Fälle, die zu einem Ausbruch führen (mehr als ein Fall) und die, die in Blut oder Liquor festgestellt worden. Alle anderen Infektionen mit dem Bakterium werden also gar nicht erfasst.

Für die Grünen attestierte  Ernst Gottwald dem Gesundheitsamt „eine tolle Arbeit“. Karin Schulz (CDU) wünschte sich aber bei den Infektionszahlen künftig „eine Null“.

Die Ratsfraktion der Grünen hatten im April eine Anfrage zu dem Anstieg von MRSA und dem Darmkeim Clostridium difficile gestellt. Welche Krankenhäuser betroffen waren, teilte die Verwaltung in ihrer Antwort „aus juristischen Gründen“ nicht mit. Auch die Begehung von Einrichtungen nur einmal im Jahr kritisierten die Grünen.

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