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200 Millionen Euro für ländliche Entwicklung im Raum Göttingen

Förderperiode des ELER-Fonds 200 Millionen Euro für ländliche Entwicklung im Raum Göttingen

Die Europäische Kommission hat alle deutschen Programme für den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) genehmigt. Damit stehen Deutschland in der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 9,44 Milliarden aus ELER-Mitteln zur Verfügung. Ein Teil dieser Summe wird auch nach Südniedersachsen fließen.

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Ländliche Entwicklung bedeutet nicht nur Landwirtschaft: Auch Dorfstrukturen sollen gestärkt werden.

Quelle: Heller

Göttingen. Für die Region von Relevanz ist das Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum (PFEIL), mit dem rund 1,12 Milliarden Euro für Niedersachsen und Bremen eingeworben wurden. Das ist nach Bayern (1,51 Mrd.) die zweitgrößte Summe aller 13 deutschen Landesprogramme und entspricht einer Steigerung um 15 Prozent im Vergleich zur vergangenen Förderperiode – die gesamtdeutschen Mittel sind dagegen um 8 Prozent gesunken.

Die Landesregierung hat die finanziellen Schwerpunkte im Vergleich zur vergangenen Förderperiode deutlich verschoben: Standen bislang die Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe und der Schutz von Umwelt und Landschaft eher im Fokus, werden die Mittel nun etwa gleichmäßig auf diese beiden Bereiche sowie die ländliche Entwicklung verteilt. Diese wird unter anderem mit einer deutlichen Erhöhung der LEADER-Mitteln möglich, einem Förderansatz, der Teil des ELER ist.

Dr. Hartmut Berndt, LEADER-Regionalmanager Göttinger Land und Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen (BAG LAG), schätzt, dass insgesamt rund 200 Millionen Euro aus ELER-Mitteln nach Südniedersachsen fließen können – wie viel es genau wird, hängt aber von der Anzahl der eingereichten Anträge ab. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung, denn die südniedersächsische Region hat bislang weniger Mittel bekommen als andere.“

Diesen Umstand betont auch Susanne Reimann, Sprecherin des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums: „Früher flossen etwa durch eine hohe Stallbauförderung viele Agrarinvestitionsmittel in die Massentierhaltungsregionen in die Region Weser-Ems. Die neue Landesregierung fördert vor allem Agrarinvestitionen auf hohem Tierschutz- und Umweltniveau in vieharmen Regionen wie dem Landkreis Göttingen.“

Ein weiterer Förderschwerpunkt liege auf der nachhaltigen Regionalentwicklung in vom demographischen Wandel besonders betroffenen Gebieten. „Daher rechnen wir damit, dass der Landkreis Göttingen bei entsprechenden Anträgen einen deutlich höheren Anteil der Mittel des ELER bekommen wird als in der Vergangenheit“, so Reimann. Das begrüßt auch Berndt, der den hohen Anteil von Maßnahmen für die Landwirtschaft bei der ELER-Förderung kritisiert: „Auf EU-Ebene ist die ELER-Verordnung nach wie vor zu landwirtschaftslastig. Die Herausforderungen des ländlichen Raumes sind nicht allein durch die Förderung der Landwirtschaft zu lösen.“ Insbesondere die Unterstützung des Ehrenamts sieht er als unerlässlich für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Dörfer an: „Wir dürfen das Ehrenamt nicht alleine lassen.“

Die Voraussetzungen dafür scheinen in Südniedersachsen jedenfalls gegeben zu sein: Alle Landkreise in Südniedersachsen sind bei LEADER berücksichtigt worden. Der Landkreis Göttingen etwa bekommt mit 2,8 Millionen Euro aus dem LEADER-Topf insgesamt 800.000 Euro mehr als in der vergangenen Förderperiode.

Von Jonas Rohde

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