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Dem Abfall eine neue Schleife geben

Warentauschtag Dem Abfall eine neue Schleife geben

Teller, Tassen, Tortenheber, Bücher, Blusen, Blumentöpfe: Beim 21. Warentauschtag haben am Sonnabend in Göttingen unzählige Dinge den Besitzer gewechselt, die zum Wegwerfen noch viel zu schade sind.

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21. Warentauschtag in Göttingen

Quelle: PH

Göttingen. "Heute war ich auf der Suche nach Kinderspielzeug", sagte Gabi Grube. Mit einigem Erfolg. In einem prall gefüllten Jutebeutel befand sich diverses Spielzeug. Sie selbst hatte zwölf Kilogramm ausrangierte Dinge aus ihrem Haushalt abgegeben. Mitarbeiter der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) verteilten sie, sortiert nach Warengruppe, auf den Tischen. Student Jannis durchstöberte die Stände nach ein paar neuen Tellern für seine WG. "Ach, und diese Tortenplatte können wir eigentlich auch noch gut gebrauchen", sagte er und verstaute die silberne Platte in seiner Tasche. Bezahlen musste er nichts.

Bereits zum 21. Mal veranstalteten die GEB gemeinsam mit der Neuen Arbeit Brockensammlung und dem Fachdienst Umwelt der Stadtverwaltung am Sonnabend den Warentauschtag. Die Verpflegung der Besucher übernahmen Mitarbeiter von Arbeit und Leben.

 

"Wir wollen dem Abfall eine neue Schleife geben", sagte Maja Heindorf, Sprecherin der GEB. Denn viele Dinge seien einfach noch viel zu gut, um sie in den Müll zu werfen. Beim vergangenen Warentauschtag hatten die Göttinger rund fünf Tonnen Waren für den Tauschtag angeliefert. Nach Heindorfs Angaben finden, so die Erfahrungen aus den Vorjahren, 95 bis 97 Prozent der angelieferten Dinge auch tatsächlich einen neuen Besitzer. Erstmals hatten die GEB in diesem Jahr darauf verzichtet, die Waren vorab zu wiegen. Heindorf schätzte, dass auch in diesem Jahr, wie in den Jahren zuvor, rund 1.000 Besucher kommen.

 

Die Regeln für den Warentauschtag sind einfach: Der Tausch ist kostenlos, es darf kein Geld für die Waren genommen werden. Die Waren werden nur für den privaten Gebrauch abgegeben. Wer etwas mitnehmen möchte, muss nichts mitgebracht haben. Jeder kann sich nehmen, was ihm gefällt. Aber nur so viel, wie er auch tragen kann. Nur intakte und gebrauchsfähige Dinge dürfen angeboten werden. 

 

Schon lange vor der eigentlichen Eröffnung sammelten sich am Sonnabend am Tor der GEB Dutzende Menschen, die ihre Sachen zum Tauschen bringen oder sich früh die besten Schätzchen sichern wollten. "Hausrat ist der Renner", sagte Heindorf. Dicht gedrängt umlagerten die Besucher die Tische mit den Töpfen, Gläsern und Geschirr. Und Tauschtag-Veteranin Grube berichtete, dass der mechanische Rührfix, den sie am allerersten Warentauschtag ergattert hatte, heute noch gute Dienste in ihrer Küche verrichtet.

 

Auch die vielen Bücher im Angebot fanden reißenden Absatz. Und der Besuch am Stand mit den Elektrogeräten glich einer Zeitreise in die Technikwelt. Röhrenradios, Walkmen oder VHS-Videorecorder waren im Angebot, und so mancher Technik-Dino fand sogar einen Abnehmer.

 

Grube hat aus ihrer Begeisterung für den Warentauschtag eine Lebenseinstellung gemacht: "Warum soll ich Dinge neu kaufen, wenn ich sie doch hier tauschen kann", fragte sie.

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