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22-jähriger Asylbewerber greift zwei Frauen an

Zugeschlagen aus dem Nichts 22-jähriger Asylbewerber greift zwei Frauen an

Weil er alkoholisiert zwei Frauen mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat, ist ein 22 Jahre alter Marokkaner vom Amtsgericht zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Staatsanwalt, Verteidiger und Richter standen vor einem Rätsel: Ein Grund für die Schläge war nicht zu erkennen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Dem jungen Mann "tut alles schrecklich leid". Auch er konnte nicht erklären, warum er zugeschlagen hatte, noch dazu so gezielt. Er hatte vor den Faustschlägen seine Hand mit seinem Pullover umwickelt. Eine der beiden Frauen erlitt eine erhebliche Platzwunde am Auge. Die andere, Freundin des 22-Jährigen, hat ihm verziehen und will mit ihm zusammenbleiben.

Mit der neuen Strafe wird es jetzt problematisch für den Asylbewerber. Er war vor sechs Jahren aus Marokko gekommen und wird bisher nur geduldet. Er lebt in Hannover in einem Flüchtlingsheim. In Göttingen war er am Tattag mit Freunden essen gewesen. Man habe einen "wunderbaren Tag" gehabt, sagte eines der Opfer. Nach einem weiteren Kneipenbesuch und einer Disko trennte man sich. Dann habe der 22-jährige eine junge Begleiterin  plötzlich als "Schlampe" und noch Schlimmeres beschimpft und sie geschlagen. Danach ging er zu seiner Lebensgefährtin und schlug auch die.

Den Grund können weder er noch die anderen Beteiligten sagen. Streit hatte es vorher nicht gegeben. Der 22-Jährige ist allerdings bereits wegen vorsätzlicher Körperverletzung und wegen eines Raubes mit Jugendstrafen bedacht worden. Er stand noch unter Bewährung. Dennoch wurde auch die neue Strafe noch einmal zur Bewährung ausgesetzt,  jedoch mit heftigen Auflagen versehen: 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit, drei Jahre Bewährungsfrist, und dem Gericht sind unverzüglich sowohl ein Bemühen um Arbeit oder Ausbildung als auch um ein legales Aufenthaltsrecht nachzuweisen.

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