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24-Jähriger für mehr als sechs Jahre in Haft

Vergewaltigung einer 80-Jährigen 24-Jähriger für mehr als sechs Jahre in Haft

Unter anderem wegen der Vergewaltigung einer 80-Jährigen hat das Landgericht Göttingen einen 24 Jahre alten Serieneinbrecher aus Bad Lauterberg zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Aufgrund zweier Bewährungsstrafen wird er zudem mutmaßlich weitere drei Jahre hinter Gittern verbringen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Bad Lauterberg. Diese Schreckenstat, die der 24-Jährige gestanden hatte, bleibt für ihn selbst wie für alle Prozessbeteiligten ein Rätsel. Das Gericht hatte eigens einen psychiatrischen Sachverständigen beauftragt, der dem Angeklagten zwar eine dyssoziale Persönlichkeit attestierte und der eine verminderte Schuldfähigkeit wegen Alkoholisierung und Drogenkonsums nicht ausschloss, der das Motiv für das Sexualverbrechen aber auch nicht erklären konnte. Es sei ein "Durchbruch" gewesen. Erklärbar sei die Tat aber weder mit einem sexuellen Hang noch durch die Umstände.

 

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sprach von einer Tat, die "an Grausamkeit kaum zu überbieten" war. Der Angeklagte selbst werde sein Leben lang damit zu schaffen haben, dass er eine körperbehinderte 80-jährige Frau vergewaltigt habe. Der Kammervorsitzende August-Wilhelm Marahrens sprach von einer brutalen Tat. Der Angeklagte wirke auf den ersten Blick und auch wegen der Umstände seiner Kindheit "wie ein armes Würstchen", er sei aber "ein richtiger Krimineller". Er habe mit der Strafe, die noch drei Monate über dem Antrag der Anklagevertreterin lag, zudem "mehrfach Glück gehabt". Denn das Opfer hätte die Tat auch nicht überleben können, sie hätte als Vergewaltigung unter Todesgefahr mit fünf Jahren Mindeststrafe bewertet werden können, und auch die Strafmilderung durch verminderte Schuldfähigkeit sein keineswegs unumstritten gewesen.

 

Das Gericht urteilte zugleich zwei weitere Anklagepunkte mit ab. Denn der 24-Jährige war unmittelbar nach der Vergewaltigung in ein weiteres Haus eingedrungen, in dem ebenfalls eine alleinstehende Frau lebte. Dort fand er aber keine Beute. Zudem ist er eines Einbruchdiebstahls in einem Northeimer China-Restaurant schuldig, in das er schon zum zweiten Mal eingebrochen war. Die zahlreichen Vorstrafen seit frühester Jugend verschärften das Strafmaß zudem.

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