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24-jährige soll Feuer in Altenheim gelegt haben

Freiheitsstrafe oder Freispruch? 24-jährige soll Feuer in Altenheim gelegt haben

Weil sie Feuer in einem Northeimer Altenheim gelegt haben soll, will die Staatsanwaltschaft eine 24 Jahre alte Frührentnerin zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilen lassen. Ihr Verteidiger hingegen hat am Freitag im Landgericht einen Freispruch beantragt. Das Urteil folgt am 7. Dezember.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Northeim/Göttingen. Gebrannt hat es am 6. Februar 2015 in einem Abstellraum des Pflegeheimes der Inneren Mission. Ein Plastikeimer mit Kleinholz und Grillanzündern stand in Flammen. Nur weil der Qualm so heftig war, sprang sofort der Rauchmelder an. Pfleger konnten das Feuer rasch löschen. Zu den Mitarbeitern des Heimes, die an diesem Morgen den Raum betreten haben könnten, gehörte auch die Angeklagte. Gegen sie war 2013 schon einmal wegen Brandstiftung ermittelt worden, als eine Fußmatte vor der Tür einer Mitbewohnerin brannte. Damals war sie es, die die Polizei alarmiert hatte.

Die damaligen Hinweise auf sie als mögliche Brandstifterin ließen sich nicht erhärten, so dass das Verfahren eingestellt wurde. Erst als der neue Brand im Altenheim untersucht wurde und die junge Frau auch dort in Verdacht geriet, wurde im alten Fall weiter ermittelt und beide Taten angeklagt. Das Landgericht stellte - wie zuvor die Staatsanwaltschaft - den den ersten Brand betreffenden Anklagepunkt am sechsten Verhandlungstag aber ein. Umstritten war, ob das Feuer damals überhaupt schon auf die Tür übergegriffen hatte.

Einzig Indizien und die angeschlagene Psyche der deshalb inzwischen verrenteten Frau sprechen im zweiten Anklagepunkt für ihre Täterschaft. Das hob Verteidiger Olaf Wiesemann in seinem Plädoyer hervor und kritisierte zugleich die polizeilichen Ermittlungen. Es sei weder das Feuerzeug untersucht, noch per Spürhund unter den Mitarbeitern nach dem Brandstifter gesucht und auch nicht alle Aussagen protokolliert worden. So erbrachte dann erst die Hauptverhandlung eine überraschende Belastung: Der Heimleiter hatte am Brandtag auf eigene Faust ermittelt, eine Stunde nach dem Feuer alle Kollegen zusammengerufen und in einem Vermerk geschrieben, dass eine Pflegekraft gesagt habe, die Angeklagte habe den Abstellraum um 9 Uhr noch betreten.

Alarmzeit war 9.01 Uhr. Für die Verteidigung ist dies vage, denn in dem Raum gibt es keine Uhr, und Mitarbeiter dürfen keine Armbanduhren tragen. Der Staatsanwalt ist aber dennoch überzeugt von der Täterschaft. Er hält beide Feuer für "sinnlose Taten, wenn auch brandgefährlich" und beantragte ein Jahr Freiheitsentzug auf Bewährung. Weil sich die Angeklagte einer psychiatrischen Begutachtung verweigert habe, komme eine Therapieauflage "leider" nicht in Betracht.

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