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24-jähriger Göttinger soll in Psychiatrie

Vater bedroht, Polizisten getreten 24-jähriger Göttinger soll in Psychiatrie

Der Anruf bei der Polizei kam per Notruf. Ein hörbar angetrunkener Vater klagte über seinen noch viel betrunkeneren Sohn, dass der ihn beleidige und mit dem Tode bedroht.

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Hardegsen/Göttingen. Was die Polizistin dann am Telefon mithörte und was danach den beiden zur Hilfe geschickten Beamten geschah, hat einen 24-Jährigen vor den Richter gebracht.

Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Beleidigung werden dem heute in Berlin lebenden Mann aus Hardegsen von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen. Das Amtsgericht Northeim hatte bereits gegen ihn verhandelt, dann aber festgestellt, dass möglicherweise ein Freispruch wegen Schuldunfähigkeit sowie eine Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt in Frage komme.

Der Täter könnte eine Gefahr für die Allgemeinheit sein. Deshalb verhandelt das Landgericht Göttingen nun in einem Sicherungsverfahren.

Nach der Antragsschrift stand der 24-Jährige zur Tatzeit unter Alkohol (1,6 Promille) und Cannabiseinfluss. Dem Vater soll er am frühen Morgen des 11. Mai 2013 übelste sexuelle Beleidigungen an den Kopf geworfen und ihn angedroht haben, ihn totzuschlagen und die Wohnung in Brand zu stecken.

Am liebsten würde er alle totschlagen. Am Ende einer Beleidigungstirade, so notierte die am Telefon mithörende Polizistin, habe der Jüngere gesagt: „Alter, los, geh Schnaps holen!“ Als zwei Polizeibeamte kamen, leistete er Widerstand, bespuckte sie und trat beide mit dem Fuß ins Gesicht.

„Ja, klingt ziemlich asozial“, gibt der Angeklagte zu, nachdem er die polizeilichen Notizen vernommen hat. So richtig will er sich an die Tat nicht erinnern, bestreitet sie aber auch nicht. Wie denn seine Stimmung damals war, will der psychiatrische Gutachter wissen: „Ich gegen den Rest der Welt. Mir war alles egal.“ Er betont aber, er habe das Rauchen aufgegeben und trinke nicht mehr.

Das bestätigt eine Betreuerin, die ihn aus Berlin begleitet. Sie beschreibt ihn als heute „immer kooperativ, freundlich, pünktlich“. Er sei zurückhaltend, gehe inzwischen zur Schule, um die mitlere Reife zu machen, nehme seine Medikamente gegen eine psychische Erkrankung verantwortungsbewusst. Sie, so die Zeugin, verstehe das negative Gutachten über ihn gar nicht. Das Gericht will am Montag entscheiden, ob die Entwicklung ausreicht, vom Maßregelvollzug abzusehen.

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