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25-Jähriger in Klinik

Schweinegrippe in Göttingen 25-Jähriger in Klinik

Der erst Fall von Schweinegrippe in Göttingen: Ein 25 Jahre alter Student, der Pfingstmontag via Frankfurt aus New York nach Göttingen zurück gekehrt ist, hat sich mit dem A/H1N1-Virus infiziert. Er wird im Universitätsklinikum behandelt. Es geht ihm bereits „besser“. 

Mit hohem Fieber und Erkältungssymptomen ist der junge Göttinger am Dienstagabend gegen 20 Uhr in die Notaufnahme des Klinikums gekommen. Dort wurde er stationär aufgenommen – auf der Isolierstation. Das Universitätsklinikum ist seit Ausbruch der Grippeerkrankung im April auf solche Fälle vorbreitet (Tageblatt berichtete). Dem Notfallplan entsprechend wurde 25-Jährige behandelt. „Er hatte keinerlei Kontakt zu anderen Patienten“, so Kliniksprecher Stefan Weller. Alles habe „sehr gut geklappt“. Der  Student wird jetzt unter anderem mit dem Grippemedikament Tamiflu behandelt. Weller: „Es geht ihm schon besser“. 

Eine Kontaktperson 

Zwei Proben wurden dem Infizierten entnommen und sofort zur Untersuchung geschickt. Eine wurde im Landesgesundheitsamt in Hannover untersucht, eine in der Abteilung für medizinische Mikrobiologie der Uni Göttingen. „Heute Morgen haben wir die Bestätigung erhalten“, so der Mikrobiologe Prof. Helmut Eiffert gestern. Der mit dem A/H1N1-Influenzavirus infizierte Patient sei bereits mit den Grippesymptomen in Deutschland gelandet. Er sei  nicht lebensgefährlich erkrankt. Denn: „Das Virus ist nicht so bedrohlich.“ Dem ersten bestätigten Fall von Schweinegrippe in Göttingen (dem zweiten in Niedersachen) seien bereits einige eher vage Verdachtsfälle vorausgegangen. „Wir haben Tests gemacht – auch um das Virus auszuschließen“, so Eiffert. Der 25-jährige Göttinger allerdings habe „typische  Symptome“ gezeigt. 

Das Göttinger Gesundheitsamt ist jetzt dafür zuständig, die „engen und engsten Kontaktpersonen“ des Studenten ausfindig zu machen und zu betreuen. „Das ist in diesem Fall nur eine Person“, so Gesundheitsamtschef Reinhard Wienecke. Der Mitbewohner des Studenten wird täglich vom Gesundheitsamt angerufen und nach eventuellen Symptomen befragt – sieben Tage lang. Da der Student über den Frankfurter Flughafen eingereist ist, ist neben dem niedersächsischen auch das hessische Landesgesundheitsamt involviert. Aber: Eine Ansteckung im Flugzeug oder im Zug ist laut Wienecke unwahrscheinlich. 

A/H1N1-Virus

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) waren bis gestern 37 Fälle von Schweinegrippe in Deutschland bestätigt. 19 Fälle der Infektion mit Influenzavirus A/H1N1 wurden aus den USA, neun aus Mexiko eingeschleppt. Sieben Übertragungen sind innerhalb Deutschlands aufgetreten, einer in Großbritannien, einer wird noch untersucht. Die ersten Fälle wurden am 29. April bestätigt. Die Erkrankungen in Deutschland sind laut RKI bislang „mild“ verlaufen. 

Von Britta Bielefeld

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