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250 Menschen stehen sich gegenüber

Schlägerei in der Innenstadt 250 Menschen stehen sich gegenüber

Mit 25 Beamten und unter Einsatz von Pfefferspray hat die Polizei am Sonntagabend eine Massenschlägerei an der Göttinger Reitstallstraße verhindert. Rivalisierende Gruppen von jungen Männern syrischer und libanesischer Herkunft waren aneinandergeraten. Die Konflikte häufen sich.

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Schlägerei in der Göttinger Innenstadt.

Quelle: dpa

Göttingen. Mit 25 Beamten und unter Einsatz von Pfefferspray hat die Polizei am Sonntagabend eine Massenschlägerei an der Göttinger Reitstallstraße verhindert. Rivalisierende Gruppen von jungen Männern syrischer und libanesischer Herkunft waren aneinandergeraten. Ein 23-Jähriger wurde leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Gegen 20 Uhr schrillten am Sonntag die Sirenen mehrerer Streifenwagen durch die Göttinger Innenstadt. Zu diesem Zeitpunkt standen sich an der Ecke Reitstallstraße/Weender Straße etwa 250 Personen unversöhnlich gegenüber. Mehrere Anwohner und Angestellte der umliegenden Gastronomiebetriebe hatten die Szenerie beobachtet und die Polizei alarmiert. „Ich war da, als die hier aufeinander losgegangen sind“, erzählt ein junger Mann am Montagmorgen. Er möchte seinen Namen nicht nennen. Wie die meisten Anwohner und Passanten im Viertel rund um den Waageplatz. Es sei am Anfang eigentlich ganz friedlich gewesen. Viele Menschen hätten sich an dem Sommerabend rund um die McDonalds-Filiale aufgehalten. Aber als vier junge Männer mit ihrem Auto vorfuhren und ausstiegen, seien mehrere Männer sofort auf sie zugegangen. „Es sah aus, als hätten die nur darauf gewartet“, sagt der Augenzeuge.

Die Polizei spricht in ihrem Bericht am Montag von einem „emotional extrem aufgeheizten Konflikt“. Es sei zunächst schwierig gewesen, den genauen Sachverhalt zu ermitteln. Zunächst sei man über einen Konflikt mit sechs Personen informiert worden. Als die Beamten vor Ort eintrafen, war die Zahl der sich gegenüberstehenden Personen auf bis zu 250 angewachsen. Ein anderer Zeuge glaubt noch deutlich mehr Menschen ausgemacht zu haben. „Die sind alle sofort abgehauen, als sie die Sirenen gehört haben. Und dann haben sie sich am Waageplatz weiter gekloppt.“

Polizei fordert Verstärkung und Rettungswagen an

Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei ist der Konflikt zwischen zwei Männern entbrannt, die sich im Vorfeld gestritten und gegenseitig bedroht haben sollen. Innerhalb kürzester Zeit sei diese Szenerie aber im Bereich der Reitstallstraße bis hin zum Waageplatz um eine zeitweise unüberschaubare Anzahl von Libanesen und Syrern angewachsen. Um ein direktes Aufeinandertreffen beider Parteien zu verhindern, forderten die Beamten sofort weitere Unterstützungskräfte und vorsorglich auch zwei Rettungswagen an.

Zwischenzeitlich habe man einen 23 Jahre alten Syrer zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam genommen, erklärte ein Polizeisprecher. Gegen andere Beteiligte und Schaulustige sprach die Polizei Platzverweise aus. Am Waageplatz mussten die Beamten Pfefferspray einsetzen, um die Kontrahenten zu trennen. „Das ganze wirkte echt bedrohlich“, sagte ein Imbiss-Mitarbeiter am Montagmorgen. Bei der benachbarten Fastfood-Kette seien zwischendurch sogar die Türen verschlossen worden.

Seit einer Woche Anstieg der Konflikte

Eine Stunde nach Alarmierung beruhigte sich die Szenerie. Autos fuhren davon, Menschen verließen die Innenstadt zu Fuß und mit Fahrrädern. Hinweise auf eine erneute Schlägerei mit 20 bis 30 Personen im Stadtteil Grone bestätigten sich nicht. Im weiteren Verlauf blieb die Nacht ruhig. „Das war nicht die erste und nicht die letzte Auseinandersetzung“, gibt ein junger Mann am Montagmorgen vor dem Dönerimbiss zu bedenken. Er habe von einer Messerstecherei vor drei Tagen an der Commerzbank gehört. „Da war der eine junge Mann aus dem Auto auch dabei.“

Die Erkenntnisse der Polizei scheinen seine Vermutungen zu bestätigen. „Insbesondere seit Mitte letzter Woche stellen wir einen Anstieg von Konflikten fest, die auch in Körperverletzungen münden. In diesem Zusammenhang sind bereits mehrere Ermittlungsverfahren anhängig“, erklärte die Polizei auf Nachfrage. Dass der Waageplatz sich wieder zu einem Brennpunkt entwickeln könnte, sei jedoch nicht zu beobachten. Eher im Gegenteil, aktuell sei die Anzahl der Einsätze im Vergleich zu den Vorjahren eher geringer. „Der Waageplatz ist kein heißer Brennpunkt“, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Aber er sei ein Ort, den man im Auge behalten müsse.

Von Markus Scharf

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