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26-Jähriger nach Attacke bei Protest um Humboldtallee in Göttingen verurteilt

Amtsgericht Göttingen 26-Jähriger nach Attacke bei Protest um Humboldtallee in Göttingen verurteilt

Das Amtsgericht hat einen 26 Jahre alten Studenten zu 60 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt. Außerdem muss er seinem Opfer 1500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der junge Mann hatte im Oktober 2014 bei Protesten um ein Studentenwohnheim in der Humboldtallee 9 eine Mitarbeiterin des Studentenwerkes angegriffen und verletzt.

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(Symbolbild)

Quelle: dpa

Göttingen. Mit dem Strafmaß blieb der Amtsrichter unter der Forderung von Staatsanwalt und Nebenklage, die jeweils 90 Tagessätze gefordert hatten. Der Nebenklägervertreter argumentiere, dass sich der Angreifer bis heute nicht entschuldigt habe und das die Strafe verschärfen müsse. Er forderte 3000 Euro Schmerzensgeld.

Der Richter indes sagte, eine Geldauflage im Adhäsionsverfahren müsse für einen Studenten auch tragbar sein.

Überhaupt nicht teilen konnte das Gericht die Argumentation der Verteidigung. Rasmus Kahlen hatte darauf verwiesen, der Angeklagte habe sich mehrfach verbeten, fotografiert zu werden. Er habe sich schließlich mit der Kapuze davor geschützt. Dennoch habe die Frau ihn weiter fotografiert.

Da habe der Mandant die Kamera ergreifen wollen, wobei es zu der Berührung gekommen sei. Dies sei eine rechtfertigende Notwehr gegen die Fotoaufnahmen gewesen, zumal sich die Frau noch auf „Pressefreiheit“ berufen habe. „Sie sind aber keine Presse.“

Hier von Notwehr zu sprechen, so der Richter, sei „nicht sachgerecht“. Nach Aktenlage habe auch er zunächst für möglich gehalten, dass die Verletzung fahrlässig gewesen sein könne. Nach der Beweiserhebung habe er nun aber keinen Zweifel mehr an einer vorsätzlichen Körperverletzung.

Versuchte Sachbeschädigung, wie mit angeklagt, liege aber nicht vor, denn es sei nicht beweisbar, was der 26-Jährige denn mit der Kamera vor hatte, nach der er geschlagen habe.

Das Gericht gab dem Angeklagten vor dessen zahlreichen Anhängern noch mit auf den Weg: „Sie haben den Geschäftsführer des Studentenwerkes mangelndes Demokratieverständnis vorgeworfen. Das muss der sich nicht gefallen lassen. Dass gilt auch für Sie.“

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