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27-Jähriger legt in seiner Wohnung Feuer

Göttingen 27-Jähriger legt in seiner Wohnung Feuer

Vor dem Landgericht hat der Prozess gegen einen 27 Jahre alten Göttinger begonnen, der in seinem Apartment ein hoch brisantes Feuer gelegt hat: Er zündete einen Stapel Papier, darauf Stahlwolle, eine Platzpatrone und eine Spraydose an. Nur dank glücklicher Umstände kam es nicht zur Expolosion.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Staatsanwaltschaft hat einen Unterbringungs-Antrag gestellt. Von dem jungen Mann gingen wegen seines Zustands erhebliche Gefahren für die Öffentlichkeit aus, so dass er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden soll. Dort befindet er sich bereits, seitdem er unmittelbar nach der Brandstiftung am 6. August vergangenen Jahres festgenommen wurde.

 

Der Sozialhilfeempfänger selbst sagt, der könne sich an die Brandlegung nicht erinnern. Was ihm vorgeworfen werde, sagt er, "kann gut sein". Er habe damals wegen der Hitze nicht schlafen können, habe "Unmengen Drogen" genommen und seine Erinnerung setze erst wieder ein, als er am Morgen auf dem Weg zu einem Kiosk war. "Als ich meine Hände voller Sprühfarbe gesehen habe, habe ich schon gedacht, dass ich Blödsinn gemacht habe."

 

Diesen "Blödsinn" beschreibt die Antragsschrift so: Er habe an jenem Morgen in seinem Apartment in der Groner Landstraße einen Stapel Papier, ein Bündel Stahlwolle und eine Platzpatrone übereinandergetürmt, darauf noch eine Farbspraydose gestellt und alles angezündet. Danach sei er aus dem Apartmenthaus gegangen, habe im Treppenhaus einen Wäscheständer entdeckt und mit einer Farbdose, die er wie einen kleinen Flammenwerfer mit dem Feuerzeug entzündete, die Wäsche abgefackelt. Etwa eine Stunde muss der Papierstapel gekokelt haben, ehe die Feuerwehr ihn entdeckte und löschen konnte, noch ehe Platzpatrone und Spraydose explodierten.

 

Er habe, sagt der 27-Jährige, damals "alles an Drogen genommen, was mir in die Finger kam", weil er sich anders nicht unter Menschen getraut habe. Er habe zudem "schon öfter Sachen gemacht, an die ich mich nicht erinnern kann". Ein psychiatrischer Sachverständiger soll dazu berichten. Wie es ihm denn in der Psychiatrie in Moringen jetzt gehe, wird er gefragt. "Nicht gut, weil ich dort mit psychisch kranken Mördern und Kinderschändern sitze". "Aber Sie sind ein Brandstifter", verweist der Richter auf sein Geständnis. "Ja, wenn ich es denn war…." Das soll ab 17. Februar über Zeugenaussagen erforscht werden.

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