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28-Jähriger Göttinger enthauptet Mutter und wird freigesprochen

„Grauenhafte Tat, aber nicht grausam“ 28-Jähriger Göttinger enthauptet Mutter und wird freigesprochen

Weil er zur Tatzeit weder einsichts- noch steuerungsfähig war, ist ein 28 Jahre alter Göttinger vom Vorwurf des Totschlags an seiner Mutter freigesprochen worden. Er muss aber in ein psychiatrisches Krankenhaus, weil er eine Gefahr für die Allgemeinheit ist. Der junge Mann hatte am 18. November 2014 seine Mutter erstochen und die Sterbende sowie den kleinen Hund der Familie enthauptet.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Das Urteil der Schwurgerichtskammer des Landgerichts ist am Mittwoch sofort rechtskräftig geworden. Alle Prozessbeteiligten, so der Vorsitzende Richter Ralf Günther, seien sich einig gewesen, dass der „sympathische junge Mann“  wegen der Schizophrenie, unter der er seit 2011 leidet, zur Tatzeit nicht schuldfähig war.

Gleichwohl sei es eine Tat gewesen, wie „sie diesem Gericht noch nicht untergekommen“ sei. Das grauenhafte Verbrechen stehe im krassen Gegensatz zu allen Beschreibungen des intakten Familienlebens der türkischstämmigen Familie mit drei erwachsenen Söhnen. Auch habe gerade der Täter eine besonders enge Beziehung zu seiner Mutter gehabt, insbesondere nach einem Suizidversuch, den er krankheitsbedingt 2012 unternommen hatte. Dass er seine Mutter tötete und danach auch noch enthauptete, dafür habe es keinen erkennbaren Grund außer der Krankheit gegeben. Auch deshalb gehe das Gericht von Schuldunfähigkeit aus.

Nach den Feststellungen des von Beginn an unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagenden Gerichts war der 28-Jährige am Nachmittag des 18. November mit einem 37 Zentimeter langen Küchenmesser auf seine auf dem Sofa im Wohnzimmer sitzende Mutter los gegangen. Er hatte ihr nach Feststellung des Gerichtsmediziners sechs wuchtige Stiche versetzt, die Brust und Flanke trafen. Ein Stich traf ins Herz. Die Frau wäre gestorben, auch wenn er sie nicht enthauptet hätte. Es sei eine „grauenhafte Tat, aber keine grausame“ gewesen, sagte Günther. Juristisch ein Totschlag, kein Mord. Ihre Enthauptung habe die Sterbende nicht mehr bewusst erlebt.

Nach gleichem Muster, ebenfalls mit sechs Stichen, tötete der 28-Jährige auch den Hund der Familie und enthauptete diesen ebenso. Später fand der Familienvater seine tote Frau. Der Sohn hatte sich selbst in ein psychiatrisches Krankenhaus begeben, wo er noch in der Nacht festgenommen wurde. In der Psychiatrie wird er nun bis zu seiner Heilung bleiben müssen.

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