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30 Flüchtlinge nehmen am Radsport-Camp des Tuspo Weende teil

Bis zu 70 Kilometer am Tag 30 Flüchtlinge nehmen am Radsport-Camp des Tuspo Weende teil

30 Flüchtlinge haben am Radsport-Camp des Tuspo Weende im SVG-Stadion am Sandweg teilgenommen. Der Radsportverein will damit zur Integration von Göttinger Flüchtlingen, die vor allem aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Somalia, dem Irak und dem Kosovo stammen, beitragen.

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30 Flüchtlinge haben am Radsport-Camp des Tuspo Weende teilgenommen. Der Radsportverein will damit zur Integration von Göttinger Flüchtlingen beitragen.

Quelle: EF

Göttingen. „Sport ist im Sinne der Integration doch eine hervorragende Sache“, sagt Anna Klapprodt vom Tuspo, die das viertägige Camp gemeinsam mit Timo Holloway leitet. Bei dem Projekt werde natürlich nicht nur sportlich Rad gefahren. Sondern auch Ausflüge im Straßenverkehr – zum Beispiel zu den Mariaspring-Felsen in Eddigehausen –, gemeinsame Mahlzeiten, Sportspiele und Theorie-Einheiten stünden im Fokus.

Omar, Palästinenser aus Syrien, der seit einem Jahr in Deutschland lebt, betont: „Die Tage sind toll. Es macht Spaß mit so vielen Kulturen.“ "Ich hoffe auf eine Ausbildung zum Informatiker und möchte dazu Deutsch lernen“, betont der 24-Jährige.

Die Verständigung wird bisweilen zur Herausforderung, da einige Teilnehmer erst wenige Monate in Deutschland leben. „Wenn alle für den Radsport wichtigen Regeln verstanden worden sind, klappt es aber ganz gut. Wir können natürlich viel mit Bildern und Handzeichen arbeiten“, sagt Klapprodt. Für die 23-Jährige ist das Camp keineswegs nur ein Geben: „Wir lernen auch die Mentalität der Flüchtlinge kennen – und ihre Dankbarkeit“, sagt sie.

Nur zwei Teilnehmerinnen können zu Beginn kein Fahrrad fahren. Doch dank ihres Ehrgeizes gelingt auch ihnen die kleine Ausfahrt zum Leineufer.

Für die Fortgeschrittenen stehen hingegen täglich bis zu 70 Kilometer auf dem Rennrad an. Aber auch Verkehrssicherheitstraining und ein Radreparatur-Kurs. Zeuge von einem der schönsten Erlebnisse wird Tuspo-Trainer Ben Conrady: Er brachte den Teilnehmern den Schlauchwechsel bei. Als dann direkt auf der nächsten Ausfahrt ein Schlauch platzt, gelingt dem Leidtragenden die Reparatur selbst.

„Das Camp war super – und wir möchten uns bei allen bedanken, die das gemacht haben“, sagt Mohammed aus Syrien, der seit Februar Niedersachse ist. Und Organisator Holloway betont, dass das Camp erst der erste Schritt gewesen sei: „So unvergesslich die vier Tage für uns und die Teilnehmer auch waren: Die Idee, um erfolgreiche Integrationsarbeit zu leisten, muss doch darin bestehen, die Flüchtlinge nun auch ins reguläre Vereinstraining aufzunehmen.“ Daher können sie montags und mittwochs ab sofort beim Tuspo Rennrad und Mountainbike fahren.

hl

30 Flüchtlinge haben am Radsport-Camp des Tuspo Weende teilgenommen. Der Radsportverein will damit zur Integration von Göttinger Flüchtlingen beitragen. ©EF

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