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30 Jahre Waldorfschule

Vom Dorf nach Weende 30 Jahre Waldorfschule

Sie hat ganz klein angefangen – mit vier Klassen, vier Lehrern und zehn Kilometer entfernt von Göttingen. Inzwischen betreut sie im Schnitt 460 Schüler in Weende-Nord und hat gerade erst wieder angebaut. Am kommenden Wochenende feiert die Freie Waldorfschule Göttingen ihr 30-jähriges Bestehen.

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30 Jahre ohne Stillstand: Vor dem gerade neuen Südflügel wird jetzt die Außenanlage der Schule neu gestaltet.

Quelle: EF

Etliche Jahre waren die Göttinger Waldorfkinder mit Bussen nach Kassel gefahren, bevor ihre eigene Waldorfschule im Raum Göttingen 1979 an den Start gehen konnte: zunächst in einem Grundschulflachbau und dann in der ehemaligen landwirtschaftlichen Berufsschule in Groß Schneen. Ihr Gründungsverein hatte bereits mehr als 110 Mitglieder. Der Geburt als Gesamtschule mit 108 Kindern in den Klassen Eins bis Vier folgten schnell Wachstum und Veränderungen: 1982 zog die Schule in das Haus der früheren Volksschule in Grone um. 1987 bezog sie ihr neues und eigenes Gebäude in Weende, das ebenfalls ständig wächst.

Heute unterrichten mehr als 40 Lehrer und Pädagogen etwa 460 Kinder und Jugendliche in den Klassen Eins bis 13. Bis auf zwei Jahrgänge mit ungewöhnlich hoher Anmeldezahl ist die Waldorfschule einzügig. Gleich nebenan gibt es einen Waldorfkindergarten, der inzwischen Krippenplätze plant. Das Schulgebäude fällt durch seine ungewöhnliche Architektur auf. Vor eineinhalb Jahren wurde in einem neuen und besonders farbigen Südflügel auf etwa 900 Quadratmeter Raum für Ganztagsangebote geschaffen. Zurzeit wird das Außengelände neu gestaltet.

„Wir sehen uns auch als Ortsteilschule“, sagt Hartmut Heidelberg, noch heute aktiver Lehrer aus der Gründungsphase. Vor diesem Hintergrund beteilige sich die Waldorfschule an Weender Festen und gestalte ihre Veranstaltungen immer offen für Gäste aus der Nachbarschaft.

Geistiger Vater der Waldorfpädagogik ist Rudolf Steiner. Er gründete 1919 in Stuttgart die erste Waldorfschule. Inzwischen haben sich Waldorfschule, -kindergärten weltweit etabliert. Die Waldorfpädagogik sieht das Kind mehr als andere Bildungsansätze in seiner Ganzheit und als Individuum, das seine Richtung und seinen eigenen Weg selbst finden und herausbilden sollte. Sie unterstützt die Kinder gezielt, lässt ihnen aber Raum für ihr eigenes Lerntempo. Einen großen Anteil nehmen künstlerische und handwerkliche Fächer ein.

Die Waldorfschule ist eine „freie“ Gesamtschule mit Ganztagsbetreuung und für jeden zugänglich. Sie finanziert sich zu gut 60 Prozent aus staatlichen Mitteln und darüber hinaus mit Elternbeiträgen. Elternarbeit nimmt im Schulalltag großen Raum ein.

Ulrich Schubert

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