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30 neue Arbeitsplätze im Friedländer Museum

Erste Bewerbungen möglich 30 neue Arbeitsplätze im Friedländer Museum

Elf Vollzeit- und bis zu 20 Teilzeitstellen – damit kann die Gemeinde Friedland rechnen, wenn Ende des Jahres 2015 das neue Museum Friedland im Grenzdurchgangslager eröffnet. Erste formlose Bewerbungen, sagt Oliver Krüger, der Projektkoordinator des Niedersächsischen Innenministeriums, seien jetzt schon an das Referat 63 in Hannover möglich.

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Arbeiten sind im vollen Gange: Bis zum Jahresende soll das Museum eröffnet werden.

Quelle: Vetter

Friedland. Derzeit laufen die Bauarbeiten im alten Bahnhof Friedland auf Hochtouren. Im  Juli 2014 war das riesige Bauschild aufgestellt worden, im September begannen die Vorarbeiten. Inzwischen, so berichtete Krüger dem Gemeinderat, sei die schwierigste Phase, die Neugründung des gesamten Gebäudes beendet. Empfangsgebäude und Lagerschuppen mussten komplett unterkellert, die Keller teils vertieft und die Fundamente verstärkt werden. In das Untergeschoss des künftigen Museumsempfanges werden alle Serviceräume, Toiletten und Garderobe untergebracht. Der Güterschuppen wird zum Eingang und Tagungsraum für bis zu 40 Menschen. Im Bahnhof selbst wird die Geschichte des Lagers in sieben Räumen chronologisch zu sehen sein: Im ersten Raum die Vorgeschichte bis 1945, im zweiten die Gründungszeit bis 1950 mit bis zu 12 000 Flüchtlingen pro Tag, im Raum drei wird der damalige DRK-Suchdienst erfahrbar gemacht. Raum vier beschäftigt sich mit der Heimkehr der Zehntausend, also der Rückkehr der letzten Kriegsgefangenen aus Russland im Jahr 1955.

Weitere Themen sind die 50er-Jahre mit Kaltem Krieg, Ungarn-Aufstand und der zigtausendfachen Flucht aus der DDR. Eines der Ausstellungsstücke für diese Zeit: Ein originaler Bolzenschneider, mit dem sich eine Familie aus Bösickendorf den Weg in den Westen durch den eisernen Vorhang geschnitten hat.

Der Raum für die Zeit 1970 bis 1990 wird sich mit Boat-People aus Vietnam, Tamilen-Flüchtlingen und Opfern des Pinochet-Regiemes beschäftigen. Und nach all diesem realen Flüchtlings-Elend sollen sich die Besucher im letzten Raum entscheiden, was sie mitnehmen würden, wenn sie binnen Stunden ihre Heimat verlassen müssten.

Man könne das Museum in 30 Minuten durchlaufen, sagt Krüger über das Konzept. Man könne aber auch einen ganzen Tag darin verbringen, weil es durch unzählige Exponate und immer tiefergehende Informationsebenen – real erlebbar durch ein Schubladensystem – eine gewaltige Fülle an Stoff gebe. Dabei werde teils auch sehr Emotionales präsentiert, wenn etwa das Schicksal einer einzelnen Familie aus Wolfsburg dokumentiert wird.

Der Bahnhof als Teil eins des Museumsprojektes ist nicht alles. Im zweiten Abschnitt soll bis 2018 ein Besucherzentrum entstehen. Die Planungen laufen gerade an. Darin werden 200 Videoporträts von Zeitzeugen gezeigt. Dritter Bauabschnitt wird die Forschungsakademie samt internationaler Jugendbegegnungsstätte sein. Geplante Realisationszeit: 2016 bis 2019.

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