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300 Schüler demonstrieren gegen Rassismus

Göttingen 300 Schüler demonstrieren gegen Rassismus

Rund 300 Schüler aus Göttinger Schulen haben am Montagmorgen in der Göttinger Innenstadt friedlich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Die neu gegründete Initiative „Refugee-Schulstreik Göttingen“ wollte damit "ein deutliches Zeichen" setzen.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. "Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt", sangen Die Ärzte in "Deine Schuld", das laut aus den Lautsprechern klingt. Zusammen mit Feine Sahne Fischfilet lieferten sie den Soundtrack der Schülerdemo, die am Montag durch die Innenstadt zog.

"Katastrophale Zustände" und "Massenunterkünfte"

"Mehr Flüchtlinge an Göttinger Gymnasien" lautete eine der Forderungen der Schüler. So gebe es keinen Grund, erklärte Sebastian (19), Sprecher der Initiative, warum Flüchtlinge nicht am Gymnasium unterrichtet werden. Vor allem, so der Vorwurf, die Göttinger "Elitegymnasien" würden sich weigern, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

Gleichzeitig richtete sich der Protest gegen "katastrophale" Zustände in Flüchtlingsunterkünften der Stadt Göttingen, etwa in der Voigtschule, und gegen große "Massenunterkünfte", wie sie etwa im Groner Anna-Vandenhoek-Ring geplant ist. Dass eine "dezentrale Unterbringung" möglich sei, zeige das Projekt OM10 im besetzten ehemaligen DGB-Haus in der Oberen-Masch-Straße. 

Rund 300 Schüler waren dem Aufruf der Initiative gefolgt. "Ich habe über einen Flyer von der Demo erfahren", sagte IGS-Schülerin Clara. Klar, sagte sie, sei sie gegen Rassismus. Ihre Clique pflichtete ihr kopfnickend bei.

"Deutlich gegen jeden Rassismus zu positionieren"

„Wir haben die Nase gestrichen voll von der Stimmungsmache gegen Geflüchtete, von Angriffen auf Flüchtlingsheime und einer, sich immer weiter verschärfenden Asylgesetzgebung“, fasste Milena Richter, Sprecherin des Schulstreiks, zusammen. "Staatlicher Rassismus" und ein "gesellschaftlicher Rechtsruck" seien zunehmend in Göttingen und Südniedersachen zu spüren. Abschiebungen würden nicht mehr angekündigt und der extrem rechte „Freundeskreis Thüringen/Südniedersachen“ ziehe seit Monaten durch den Landkreis um rassistische Hetze zu verlautbaren. Im September stünden in Niedersachsen Kommunalwahlen an und es sei zu befürchten, dass die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) auch in der Region Erfolge verbuchen werde. „Deshalb rufen wir alle Jugendlichen auf, sich klar und deutlich gegen jeden Rassismus zu positionieren und der AfD eine Absage zu erteilen", sagte Richter. 

Alles friedlich

Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Campus der Universität zog der Demozug über die Berliner Straße vorbei an der OM 10 durch die Innenstadt. Eine Abschlusskundgebung gab es am Gänseliesel. Nach Auskunft der Polizei vor Ort blieb die Demo friedlich.

"Geh mal wieder auf die Straße, geh mal wieder demonstrieren. Denn wer nicht mehr versucht zu kämpfen, kann nur verlieren. Die die dich verarschen, die hast du selbst gewählt. Darum lass sie deine Stimme hören, weil jede Stimme zählt", sangen Die Ärzte zum Abschluss.

 

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