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Aus der Psychiatrie in die Psychiatrie

32-Jähriger wollte Mitpatienten töten Aus der Psychiatrie in die Psychiatrie

Weil er versucht hat, einen schlafenden Mitpatienten durch Schläge mit einem Becher und einen Stuhl zu töten, muss ein 32 Jahre alter Psychiatriepatient nun dauerhaft in den Maßregelvollzug. Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik ordnete am Montag das Landgericht Göttingen an.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der Angeklagte ist psychisch krank. Er leidet an einer schizophrenen Psychose. Am 27. Dezember 2015 war er von der Polizei in die Göttinger Asklepios-Klinik gebracht worden und zunächst wegen akuter Gefährdung fixiert worden. Später quartierte man ihn ohne Fesseln in ein Doppelzimmer ein, ohne die akute Psychose erkannt zu haben. Es war gegen 3 Uhr, als nach seiner eigenen Darstellung Stimmen zu ihm sprachen und ihm auftrugen, seinen Zimmergenossen zu töten. Andernfall würden seine "Organe gereinigt" werden müssen. Er werde "bei lebendigem Leib ausgeweidet" und dabei sterben, drohten die Stimmen. Durch den Tod des anderen Patienten jedoch könne er zu Gott werden.

Der 32-Jährige schlug zu: erst mit einem massiven Becher, dann mit einem Holzstuhl. Das beim ersten Schlag noch schafende Opfer erlitt Jochbein- und Orbitabogenbrüche. Doch als der Angreifer das Blut sah, ließ er plötzlich von ihm ab. Juristisch war die als versuchter Totschlag angeklagte Tat nur eine gefährliche, wenngleich lebensgefährliche Körperverletzung. Denn vom versuchten Totschlag war der 32-Jährige freiwillig zurückgetreten. Weil im unbehandelten Zustand aber weitere solche Taten von ihm zu erwarten sind, wie ein Sachverständiger dem Gericht gesagt hatte, kann er nicht bestraft werden. Er wird stattdessen untergebracht. "Wir glauben, dass wir Ihnen mit dieser Entscheidung etwas Gutes tun", begründete Richter Ralph Günther den Bechluss.

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Von Redakteur Jürgen Gückel

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