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„Massiv entgleist“

Prozess wegen Raub, Bedrohung, Diebstahl „Massiv entgleist“

Wegen einer Unzahl von Raub-, Bedrohungs- und Diebstahltaten steht seit Montag ein 35-jähriger Mann vor dem Göttinger Amtsgericht. Sein Anwalt erklärte zum Prozessauftakt, sein Mandant sei damals wegen seiner Abhängigkeit von verschiedenen Substanzen „massiv entgleist“.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Taten erstrecken sich auf einen Zeitraum von Herbst 2014 bis Ende 2015. In dem umfangreichen Katalog der Vorwürfe enthalten sind unter anderem Einbrüche und Hausfriedensbruch bei Nachbarn in einem übel beleumundeten Großwohnblock an der Groner Landstraße, Fahrraddiebstahl, Sachbeschädigung, Körperverletzungen, gewerbsmäßigen Diebstahl, Angriffe mit Pfefferspray vor einem Supermarkt, einem Betrug im Zusammenhang mit einem Tauschgeschäft mit Tablet, Geld und Notebook und Diebstähle bei Mitinsassen in der Asklepios-Klinik, in die er eingewiesen wurde, aus der er aber später wieder herausflog. Gegen einen Geschäftinhaber, der ihm die Bettelei vor seinem Laden verbot, soll er mit einem Rohrstock aus Bambus vorgegangen sein. In einem Fall soll er eine Wohnungstür aufgetreten, ein dort herumliegendes Messer ergriffen und damit den Mieter bedroht haben. Das Messer am Hals, wurde dem Opfer ein Ring von erheblichem Wert vom Finger gezogen, so die Anklage.

Zwar räumte der Anwalt des 35-Jährigen ein, sein Mandant werde einzelne Anklagepunkte einräumen, andere nicht und wiederum andere abstreiten. Mit dem Einräumen war es allerdings am Montag nicht allzuweit her, von einem selbst kleinen Teilgeständnis konnte keine Rede sein.

Zu Taten wie Fahrraddiebstählen ließ der Angeklagte seinen Rechtsvertreter mitteilen, wegen des Konsums verschiedener Substanzen könne er sich an rein gar nichts erinnern, was sein Anwalt auf eine „massive Entgleisung“ durch seine Abhängigkeit zurückführte. Bei dem Tauschgeschäft mit Tablet und Notebook sei ein Betrug nie beabsichtigt gewesen. Dann äußerte sich der 35-Jährige doch noch selbst: Von Wortfindungsstörungen geplagt, versuchte er, dem Gericht seine Sicht der Dinge mitzuteilen.

Zum Auftakt am Montag konnte sich das Gericht nur einem Teil der angeklagten Taten widmen. Das Amtsgericht steht nun vor der Aufgabe, den Rest der Vorwürfe abzuarbeiten und dabei eine Vielzahl einzelner Zeugen zu hören. Die Verhandlung wird am 10. November fortgesetzt. hein

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