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Mann fordert Oralsex von Elfjährigem

Sechs Monate Haft Mann fordert Oralsex von Elfjährigem

Ein 36-Jähriger ist am Mittwoch vor dem Göttinger Amtsgericht wegen versuchtem sexuellen Missbrauch Minderjähriger zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Er hatte gestanden, vor einem Jahr einem elfjährigen Jungen Geld für Oralsex geboten zu haben.

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Nach dem erneuten Übergriff sah der Göttinger Amtsrichter Stefan Scherrer am Mittwoch die Prognose nicht mehr positiv.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Es war der zweite Weihnachtsfeiertag 2015, als der bereits einschlägig vorbestrafte Mann sich an der Eisbahn hinter der Lokhalle auf die Suche nach seinem Opfer begab. Laut Polizeiakte sprach er dort wohl mehrere Jungen an. Am Mittwoch vor dem Amtsgericht ging es allerdings nur um den Fall eines damals elfjährigen Jungen. Das Kind reagierte instinktiv richtig, verweigerte das angebotete Geld, lief nach Hause und erzählte seinen Eltern von dem Vorfall. Die informierten umgehend die Polizei. Gegenüber den Beamten gab der Elfjährige später zu Protokoll, ein Mann hätte ihm an der Eisbahn 500 Euro dafür angeboten, dass er ihn sexuell mit dem Mund befriedige. Der ansonsten in vollem Umfang geständige Angeklagte behauptete vor Gericht allerdings, dem Jungen keine konkrete Summe genannt zu haben. Da der Betrag für das Urteil unerheblich war, und um dem Kind eine Vernehmung vor Gericht zu ersparen, blieb dieser Punkt während der Verhandlung ungeklärt.

Bereits 2014 musste sich der heute 36 Jahre alte Angeklagte vor Gericht verantworten. Damals war er schuldig des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig gesprochen worden. Er hatte einen Sechsjährigen in mindestens zwei Fällen im Genitalbereich berührt. Der Mann wurde schließlich zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Als Auflage sollte er sich in Therapie begeben. Er zog in der Folge nach Göttingen, ließ sich hier in einer Fachklinik ambulant behandeln - zuverlässig bis zu Ende. Die positive Sozialprognose, die das Gericht zu einer Bewährungsstrafe veranlasst hatte, schien sich zu bestätigen. Bis zum besagten 26. Dezember 2015.

Nach dem erneuten Übergriff sah der Göttinger Amtsrichter Stefan Scherrer am Mittwoch die Prognose nicht mehr positiv. Das Gericht folgte daher auch nicht dem Antrag der Verteidigung, die auf eine erneute Bewährungsstrafe von einem Jahr plädiert hatte, sondern schickte den Mann ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr gefordert, das Urteil blieb mit sechs Monaten darunter. Auch weil sich der Angeklagte "um Therapiemöglichkeiten bemüht" zeigte, wie Scherrer erklärte. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, muss der Angeklagte allerdings befürchten, dass die Bewährung seiner ersten Verurteilung widerrufen wird. In dem Fall kämen mehr als zwei Jahre auf ihn zu. Er hat jetzt eine Woche Zeit, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

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