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40 Kinder auf Klassenfahrt mit Norovirus infiziert

Schule geschlossen 40 Kinder auf Klassenfahrt mit Norovirus infiziert

Etwa 40 Schüler der IGS Bovenden haben sich während einer Jahrgangsfahrt nach Uelzen mit dem Norovirus angesteckt. Acht besonders schwer erkrankte Kinder mussten gestern im Uelzener Krankenhaus im Isolationsbereich behandelt werden.

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Hat den Notdienst alarmiert: Jugendherbergsleiterin Daniela Ernst mit Desinfektionsmittel.

Quelle: Mitzlaff

Die weniger stark betroffenen und gesunden Kinder der 135 Schüler des sechsten Jahrgangs wurden am Mittwoch von ihren Eltern abgeholt. Entgegen anderslautenden Angaben sind andere Kinder der Schule offenbar nicht infiziert. Trotzdem bleiben die IGS und die im gleichen Gebäude untergebrachte Haupt- und Realschule am Osterberg bis Freitag geschlossen.

Als es am Montag den ersten Schüler erwischte, ahnte niemand, welche Kreise seine Erkrankung ziehen sollte. 135 Schüler der Gesamtschule Bovenden hatten Quartier in der Uelzener Jugendherberge bezogen, die Einrichtung war damit bis Freitag so gut wie ausgebucht. Doch im Gepäck hatte zumindest einer der zwölf- bis 15-jährigen Schüler nicht nur Wanderschuhe und Spielkarten, sondern auch einen ungebetenen Gast: das hoch infektiöse Norovirus.
„Vom Zimmer dieses Schülers verbreitete sich die Krankheit sternförmig in die Nachbarzimmer und schließlich über den gesamten Gang“, schildert Jugendherbergs-Leiterin Daniela Ernst die Entwicklung. Am Dienstag sind schon vier Jungen und Mädchen erkrankt. Als in der Nacht zu Mittwoch die Zahl der Betroffenen sprunghaft steigt, alarmiert die Herbergsleitung den ärztlichen Notdienst. Kurz nach Mitternacht informiert der Bereitschaftsarzt die Einsatzleitstelle. Die „Schnelle Einsatzgruppe“ (SEG) des Deutschen Roten Kreuzes wird eingesetzt. Sieben Rettungsfahrzeuge rollen an, dazu wird ein ausgebildeter Spezialist für Desinfektion angefunkt. 21 Schüler und drei Lehrkräfte sind schließlich in der Nacht erkrankt, im Verlauf des Mittwochs steigt die Zahl auf 40. Acht durch Flüssigkeitsverlust besonders betroffene Kranke werden ins Uelzener Klinikum verlegt. Unterdessen gibt ein Team des Gesundheitsamtes in der Jugendherberge Verhaltens-Tipps. Gesunde und Kranke werden getrennt, es werden Mundschutz und Desinfektionsmittel verteilt. Im Verlauf des Mittwochs holen nach und nach die Eltern aus Südniedersachsen ihre Kinder ab.
Nicht bestätigt hat sich, dass auch Schüler des fünften Jahrgang infiziert wurden und ihre Klassenfahrt in den Harz abbrechen mussten. Von dort sei am Mittwoch eine Jahrgangshälfte wie geplant zurückgekehrt, erklärte Eckehard Gaspar, Leiter der Haupt- und Realschule. Die zweite Hälfte des Jahrgangs sei gestern ohne Einschränkung dorthin abgereist.

Sicher scheint, dass ein Schüler das Virus bei Reiseantritt nach Uelzen mitgebracht hat. Treffpunkt und Abfahrt war am Montag am Göttinger Bahnhof. Die Schule in Bovenden hat das Virus offenbar nicht erreicht. Von den Schülern aus den anderen Jahrgängen habe bisher niemand entsprechende Symptome gezeigt oder gemeldet, so Gaspar. Trotzdem bleib der Schulkomplex vorsorglich bis Freitag geschlossen. Der Unterricht falle sowohl an der IGS als auch an der Haupt- und Realschule aus. Nach den ersten Informationen aus Uelzen habe er „sofort“ das Göttinger Gesundheitsamt informiert. Weil die Inkubationszeit zwei Tage betrage, habe die Behörde ihm die vorübergehende Schulschließung empfohlen.

Darüber seien die Schüler gestern von den Lehrern informiert worden. Für die Eltern hätten sie eine Notiz in ihren Schulplaner geschrieben. Ergänzend sei darauf hingewiesen worden, dass Kinder auch am Montag zuhause bleiben sollten, wenn sie Durchfall und Bauchschmerzen bekämen. Außerdem seien den Schülern Merkblätter zum Norovirus und zu Verhaltensregeln mitgegeben worden.
Silvia Eisenacher, Mitglied des Schulelternrates und Mutter einer Tochter im sechsten Jahrgang, lobte gestern die Information durch die verantwortlichen Lehrer. Am Mittwoch habe sie nach einem Anruf aus Uelzen mit anderen Eltern für die Klasse ihrer Tochter eine Rückholaktion gestartet – mit mehreren Fahrzeugen, getrennt nach gesunden und kranken Kindern. „Die Lehrer und Betreuer in Uelzen sind völlig fertig“, schildert sie die Stimmung. Sie hätten sich die ganze Nacht um die Kinder gekümmert, von denen sich viel in ihre Betten erbrochen hätten. Die Jugendherberge bleibt bis zum Wochenende geschlossen – sie werde umfassend saniert, so die Leiterin.

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Fast alle Kinder sind wieder gesund

Nach der Ansteckungswelle mit dem Norovirus bei Kindern aus dem Raum Bovenden-Göttingen gibt es keine neuen Erkrankungsfälle. Das bestätigten gestern der Leiter der Schule „Am Osterberg“ in Bovenden, Eckhard Gaspar, und der Leiter der Uelzener Gesundheitsbehörde, Dr. Gerhard Wermes.

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