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40 Prozent der Schüler mit Bluthochdruck

Präventionstag an der BBS III 40 Prozent der Schüler mit Bluthochdruck

40 Prozent der Schüler der Berufsbildenen Schulen (BBS) III am Ritterplan hatten im Vorjahr erhöhte Blutdruckwerte. Einer der Gründe sei der Konsum von Energydrinks, oft in Kombination mit Alkohol, erklärte der Mediziner Dr. Martin Hulpke-Wette.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Diese alarmierende Zahl war Grund genug für einen weiteren Präventionstag zum Thema Bluthochdruck am Mittwoch. Organisatorin Verena Hegemann von der BBS III Ritterplan ist von der Notwendigkeit überzeugt, spricht vom schleichenden Tod. „40 Prozent der Schüler hatten im Vorjahr erhöhte Werte“, erklärte die Lehrerin. Viele würden rauchen, die Anti-Baby-Pille nehmen, Alkohol und Energydrinks trinken, was miteinander kombiniert das Risiko einer Erkrankung vervielfachen würde. Folgen können ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall sein.

 
Aufklärung ist auch das Hauptanliegen des Blutdruckinstituts Göttingen. Zwei Mediziner waren vor Ort, um mehr als 100 Schüler untersuchen. Einen nachweislichen Erfolg brachte die Aktion im Vorjahr bei einer Lehrerin der BBS. Ihre Werte waren nicht optimal, bis sie ihre komplette Ernährung umstellte, sich mehr bewegte und gezielt Entspannungsmomente in ihren Alltag einbaute. Hulpke-Wette warnte eindringlich vor den Risiken. Mit dem Blutdruckinstitut versucht er mit unterschiedlichen Aktionen, Politiker für das Thema zu mobilisieren. 17 Prozent der Grundschüler würden bundesweit bereits Energydrinks konsumieren, und in Göttingen gebe es in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen Fälle von Herzinfarkt und Schlaganfall. Problematisch sei auch, dass Hersteller von Aufputschmitteln ihre Produkte mit gezielter Namensgebung wie „Koks“ oder „Chrystal“ in die Nähe von Drogen bringen würden.

 
Die Schüler stehen dem Präventionstag gespalten gegenüber. Annalena Nießen ist bestens informiert und klärte ihre Mitschüler über Inhaltsstoffe von Energydrinks auf. Dazu hatte ihre Klasse neue Rezepte entwickelt, in denen Koffein durch grünen Tee und Zucker durch Sirup ersetzt wurde. Auch Alina Post lässt die Finger von den Drinks. Sie ist bereits mit acht Jahren an Bluthochdruck erkrankt und will ihre Situation nicht zusätzlich verschlimmern. Artyom Aliyan trinkt am Wochenende Energydrinks, wenn auch in geringen Maßen. „Ich trinke aber keinen Alkohol und mache viel Sport“, erklärte der 17-Jährige. Er denkt, dass die Aktion nicht viel bringt: „Die, die schon vorher Energy-Drinks getrunken haben, werden das auch weiter tun.“ kw

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