Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
44-Jähriger freigesprochen

Missbrauch einer Elfjährigen nicht nachzuweisen 44-Jähriger freigesprochen

Der 44-Jährige ist ein mehrfach vorbestrafter Kinderschänder. Doch jetzt wurde er mutmaßlich falsch belastet. Dem pädophilen Kraftfahrer war jedenfalls der Missbrauch einer Elfjährigen im November 2014 in Bovenden nicht nachzuweisen. Er wurde am Dienstag freigesprochen.

Voriger Artikel
Universitätsklinikum Göttingen: Ab Januar kein zahnärztlicher Notdienst mehr
Nächster Artikel
Zäher Prozess gegen mutmaßlichen Dealer in Göttingen
Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Ausschlaggebend für die Anklage war die Aussage der inzwischen Zwölfjährigen bei der Polizei. Ausschlaggebend für den Freispruch war ebenfalls deren Aussage. Denn im Gericht sei der einzigen Belastungszeugin "keine Sachverhaltsaussage möglich gewesen", hieß es in der Begründung des Freispruchs in der Jugendschutzkammer des Landgerichts. Im Gegenteil: Eine Aussagesachverständige hatte vielmehr eine "Phantasiehypothese nicht ausgeschlossen" und schon bei der ersten belastenden Aussage bei der Polizei Widersprüche aufgedeckt. Die Darstellung sexueller Handlungen sei mutmaßlich "nicht erlebnisfundiert". Weil das Mädchen von den Vorstrafen des Lebensgefährten der Mutter gewusst habe, könne darin ein Motiv der Falschbelastung liegen.

Schon während des seit September laufenden Strafverfahrens war der zunächst in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte auf freien Fuß gesetzt worden, weil in der weitgehend nichtöffentlichen Verhandlung Zweifel an der Belastungszeugin aufkamen. Das Gericht ordnete ein Aussage-Gutachten an. Die Sachverständige spricht von "eingeschränkter Aussagekompetenz", von "extremer Phantasieneigung" der Belastungszeugin, deren "Abschweifen in Scheinwelten" und einem "ausgeprägten Mittelpunktstreben". Dieses könne Motiv für eine Falschbelastung sein. Dem "starken Sexualinteresse" der Zwölfjährigen stehe ein "defizitäres Sexualwissen" gegenüber. In ihrer Schilderung habe es definitiv falsche Details gegeben. So habe sie eine Motiv-Bettwäsche im Zusammenhang mit dem Missbrauch geschildert, die zum Tatzeitpunkt noch nicht gekauft war, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der 44-Jährige kommt nach dem Freispruch zudem deshalb glücklich davon, weil ein weiterer Vorwurf im Hinblick auf den angeklagten Missbrauch nicht weiter verfolgt wurde. Er hatte nach Vorverurteilungen die Weisung, Kindern fern zu bleiben. Dennoch war er im März 2014 zu einer alleinstehenden Mutter mit mehreren Kindern gezogen. Dieser Weisungsverstoß kann nun nicht mehr verfolgt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“