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450 Schüler beim zweiten Fahrrad-Sicherheitstag in Weende

Helm statt Koma 450 Schüler beim zweiten Fahrrad-Sicherheitstag in Weende

Große Resonanz bei der zweiten Auflage des Weender Fahrrad-Sicherheitstages an der Hainbundschule: 450 Schüler ließen sich am Donnerstagvormittag über Gefahren des Fahrradfahrens informieren und testeten ihre Fähigkeiten auf zwei Rädern.

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Mit Zitronen-Kärtchen zeigen die Kinder bei der Geschwindigkeitsmessung: „Ich bin sauer“.

Quelle: Hinzmann

Weende. Organisiert hatten den Sicherheitstag die Göttinger Polizei, die Verkehrswacht, das DRK, das Showteam „Brothers on Bikes“ und ein örtlicher Fahrradhändler.

 

Die Präventionsveranstaltung „Rund ums Rad“ richtete sich auch an Schüler der Freien Waldorfschule, der Schule am Tannenberg und der Wilhelm-Henneberg-Schule. Am Arbecksweg und an der Hainbundschule waren mehrere Stationen aufgebaut. Angeboten wurden unter anderem eine Demonstration des toten Winkels bei Lkw-Fahrern, ein Fahrrad-Geschicklichkeitsparcours, Informationen über Erste Hilfe und Diebstahlssicherung für Räder und eine Helmberatung.

 
Nicht alle Schüler mussten von Sinn und Zweck eines Fahrradhelms überzeugt werden. Zum Beispiel Jan (9 Jahre): „Ich trage Helm, meine Mutter aber nicht. Ich sag‘ ihr immer, sie soll sich auch einen aufsetzen.“ Einen sehr nachdrücklichen Grund hat Klassenkamerad Marian (9): „Eine Freundin meiner Tante liegt seit 15 Jahren im Koma. Das war ein Fahrradunfall ohne Helm.“

 

Foto: Schubert

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Zum Ausprobieren hatte die Verkehrswacht mehrere Modelle mitgebracht. Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke weiß, worauf beim Kauf eines Fahrradhelms geachtet werden sollte: „Auf jeden Fall muss er die Prüfziffer 1078 tragen. Das garantiert geprüfte Qualität und ausreichenden Schutz.“ Die Luftlöcher sollten mit Gaze versehen sein, damit keine Wespen oder Bienen unter den Helm geraten. Ganz wichtig: „Der Helm muss dem Kind gefallen, also auch die die gewünschte Farbe haben.“

Allerdings ging es nicht nur ums Fahrrad. Auch um Autos kümmerte sich die Polizei, wenn auch auf andere Weise. Mit einem Laser-Messgerät wurden auf der Ernst-Fahlbusch-Straße die Geschwindigkeiten gemessen und die zu schnellen Fahrer gestoppt. Es war etwa die Hälfte der gemessenen Fahrzeuge, die auf dem Tempo-30-Abschnitt einige Meter vor dem Schulüberweg angehalten wurde. Schüler schenkten jedem dieser Fahrer ein Kärtchen mit dem Bild einer Zitrone und dem Motto „Ich bin sauer“. Bei denjenigen mit weniger als Tempo 40 blieb es bei der Zitrone, die anderen müssen zusätzlich ein Verwarngeld zahlen. Der Schnellste war mit Tempo 51 unterwegs.

 

„Rücksichtslosigkeit pur“
Beim Fahrrad-Sicherheitstag demonstrierte Frank Martin, Ausbilder im Rettungsdienst, die Arbeit und die Ausrüstung der Rettungswagenbesatzungen. Auf die Göttinger Fahrradfahrer im Allgemeinen, erläuterte er den Schülern, ist er nicht gerade gut zu sprechen. Bei Einsätzen sei das Verhalten der Radler „das Schlimmste, was es gibt. Auch wenn du mit Martinshorn ankommst, fahren die quer über die Straße.“ Martin Weiter: „Die wissen genau, dass wir die nicht umfahren dürfen. Das ist Rücksichtslosigkeit pur.“ Auf Gefällstrecken erreichten Radfahrer in der Stadt bis zu 80 Stundenkilometer. Aufgrund ihres Verhaltens seien Göttinger Radler „massenhaft an Unfällen beteiligt“. hein
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