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Erbschaft in die eigene Tasche

35.000 Euro Erbschaft in die eigene Tasche

Es war als Freundschaftsdienst unter alten Sauna-Freundinnen gedacht: Die eine bot sich an, das ererbte Geld der anderen zu verwalten. Dann waren fast 35 000 Euro weg. Jetzt ist die 47-Jährige wegen gewerbsmäßiger Untreue in drei Fällen verurteilt worden. Das Geld aber bleibt verloren.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Frauen kannten sich viele Jahre aus dem Fitnessstudio. Als die heute 79-Jährige eine Erbschaft machte, bot Freundin Tina E. an, sich um die Formalitäten zu kümmern und für die Auszahlung der Anteile der Miterben zu sorgen. Die Seniorin erteilte der Freundin deshalb Vollmacht, was diese weidlich ausnutzte. Vom 6. August 2014 bis 17. Februar 2015, jeweils während des Urlaubs der Freundin, hat sie in drei Abhebungen mal 12 700, mal 20 200 und mal 1900 Euro erbeutet und die entsprechenden Kontoauszüge sogleich vernichtet. Die Mitarbeiter des kommunalen Kreditunternehmens waren jeweils auch misstrauisch geworden, hatten sich Vollmacht und Ausweis zeigen und die Kundin mit Vollmacht aufs fremde Konto die Abhebung quittieren lassen. Deshalb fiel der Nachweis leicht, als die dreifache Untreue doch noch aufflog.

Am Donnerstag sollte gegen die 47-Jährige im Amtsgericht verhandelt werden. Sie kam nicht. Schon beim Zivilprozess, mit dem das Opfer sein Geld wieder einklagen musste, glänzte Tina E. durch Abwesenheit. Es erging ein inzwischen rechtskräftigers Versäumnisurteil. Das Opfer hat nun einen Forderungstitel über fast 35 000 Euro. Doch die Täterin hat längst ihr Vermögensverzeichnis abgegeben - sprich, sie ist pleite. Bei der Vollstreckung ist nichts zu holen.

Der Amtsrichter aber konnte den Fall auf Antrag der Staatsanwaltschaft auch ohne Angeklagte abschließen: Strafbefehl über zehn Monate Freiheitsentzug wegen gewerbsmäßiger Untreue, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Die 47-Jährige hat als Bewährungsauflage 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit abzuleisten, und zwar über den Verein Ausgleich. Dort erhält sie die Stunden vergütet, der Lohn aber geht direkt an ihr Opfer, damit die Ex-Freundin wenigstens etwas von den durchgebrachten 35 000 Euro zurückerhält.

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