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500 Plätze für Flüchtlinge fehlen in Göttingen

„Angespannte Lage“ 500 Plätze für Flüchtlinge fehlen in Göttingen

In der Stadt Göttingen fehlen bis Anfang kommenden Jahres weitere rund 500 Plätze, um Geflüchtete unterzubringen. Die Stadtverwaltung schließt daher nun auch die Nutzung von Turnhallen als Notquartiere nicht mehr aus.

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Notquartiere in Turnhallen auch in Göttingen möglich: Um Geflüchtete zu versorgen, hat die Verwaltung 900 Feldbetten gekauft.

Quelle: dpa

Göttingen. „Nach Lage der Dinge müssen wir bis einschließlich Januar 2016 rund weitere 900 Flüchtlinge unterbringen“, sagte Verwaltungssprecher Detlef Johannson am Mittwoch. Dafür stünden gegenwärtig noch rund 150 Plätze auf den Zietenterrassen und in Kürze weitere 150 Plätze im Gebäude des ehemaligen Instituts für den wissenschaftlichen Film im Nonnenstieg zur Verfügung. 100 zusätzliche Plätze will die Stadtverwaltung nach Johannsons Auskunft im zweiten Obergeschoss und Dachgeschoss der ehemaligen Voigtschule an der Bürgerstraße einrichten.

Es fehlten folglich rund 500 Plätze für die kommenden Monate, erläuterte Johannson. „Die Zahl macht deutlich, wie angespannt die Situation ist, die auch die vorübergehende Nutzung von Turnhallen nicht mehr ausschließt, wie sie andernorts längst üblich ist.“ 900 Feldbetten habe die Verwaltung in der vergangenen Woche eingekauft.

Die Suche nach weiteren geeigneten Unterkünften laufe „unter Hochdruck“. Bei einem mehr als halben Dutzend Objekten sei die Verwaltung „am Ball“ mit dem Ziel, sie möglichst schnell für die Unterbringung nutzbar zu machen, erläuterte Johannson.

Auch für das kommende Jahr rechnet die Stadtverwaltung nach gegenwärtigem Stand mit mindestens 700 weiteren Geflüchtete. Ein Team aus unterschiedlichen Fachdiensten arbeitet an der Schaffung weiterer „Unterbringungskapazitäten“. Dabei geht es auch um die Möglichkeiten eines weiteren Neubaus nach dem Vorbild der Unterkunft auf den Terrassen.

Inzwischen steht der Betreiber der Unterkunft im ehemaligen IWF fest. Bonveno hat, wie schon auf den Zietenterrassen, den Zuschlag bekommen. Zu der gemeinnützigen Gesellschaft haben sich Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz und der Paritätische Wohlfahrtsverband zusammengeschlossen.

Auch im Sozialausschuss ist die Situation der Flüchtlingsunterbringung und ein Bericht der Verwaltung dazu am Dienstag, 22. September, Thema. Die Verfahrensordnung für das Dialogforum IWF steht ab 16.30 Uhr, im Collegium Albertinum, Bonhoefferweg 2 ebenso auf der Tagesordnung.

Fahrräder für Flüchtlinge gesucht

Göttingen. Das Haus der Kulturen in Göttingen sammelt weiter gebrauchte Fahrräder für Flüchtlinge. Die Fahrräder können den Angaben zufolge tagsüber im Hagenweg 2 e vorbeigebracht werden. Ein Termin kann unter der Telefonnummer 0551/6339359 abgesprochen werden.

Bei einer gemeinsamen Aktion vom Haus der Kulturen und Beschäftigten der Göttinger Werkstätten sind bereits knapp 20 Fahrräder an Flüchtlinge übergeben worden. Im Haus der Kulturen gibt es eine Werkstatt, in der die Räder wieder hergerichtet werden können.

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Flüchtlinge ziehen ins Forsthaus

Herberhausen. Das leer stehende Forsthaus in Herberhausen wird künftig mit Flüchtlingen belegt. Die Mitglieder des Ortsrates stellen sich hinter die Zuweisung durch die Stadt, Bürger organisieren bereits eine Hilfsaktion.
Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) habe sie angerufen, um sie über die Zuweisung zu informieren, sagte Ortsbürgermeisterin Ingrid Möhring (SPD) im Ortsrat. Die Stadtverwaltung suche verzweifelt nach Unterbringungsmöglichkeiten für die zugewiesenen Flüchtlinge, so Möhring.

Auch kleine Objekte könnten in dieser Lage hilfreich sein, erklärt Detlef Johannson, Sprecher der Stadtverwaltung. Die Verwaltung gehe davon aus, dass nach wenigen Herrichtungsarbeiten zwölf bis 15 Flüchtlinge  in dem Gebäude unterkommen können. Ein konkreter Bezugstermin stehe noch nicht fest.

Der Ortsrat Herberhausen stellte sich mit einem einstimmigen Beschluss hinter die Verwaltung und begrüßte grundsätzlich, dass das Forstamt als Flüchtlingsunterkunft dienen soll. Zugleich bot das Gremium seine Hilfe dabei an, das Gebäude herzurichten. Zuhörer bei der Ortsratssitzung erklärten ebenfalls ihre Hilfsbereitschaft. Über eine geschlossene Facebook-Gruppe „Flüchtlingshilfe Herberhausen“ sind bereits knapp 90 Bürger organisiert. Es sei eine Selbstverständlichkeit, den Flüchtlingen zu helfen, erklärte Andrea Gruttke-Henze während der Ortsratssitzung.

Die Stadtverwaltung wollte das Forsthaus eigentlich verkaufen. Dieses Vorhaben ist nun erst einmal ausgesetzt.

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