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5000 Euro für Deutschuntericht mit Flüchtlingen in Bettenrode

Plastik-Reitpferd versteigert 5000 Euro für Deutschuntericht mit Flüchtlingen in Bettenrode

Der Zuschlag fiel bei 2500 Euro. So viel hat ein bunt bemaltes Reitpferd aus Plastik bei einer Versteigerung an den Bettenröder Dressurtagen erbracht. Danach ging das Sammeln für den guten Zweck erst los. 5000 Euro stehen jetzt für den Deutschunterricht mit Flüchtlingen in Friedland zur Verfügung.

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Dressurreiterin Anna Nolte und Reitschülerin Suyeon Kim vor dem wertvollen Plastikschimmel.

Quelle: EF

Bettenrode/Friedland. Der Schimmel mit den bunten Hufeisen ist wohl eines der teureren Reitpferde in der Region.

Reiterkinder haben die Pferdeatrappe während der Dressurtage Ende Juli auf dem Hof Bettenrode bemalt. Bei der abendlichen Siegerehrung wurde das Plastikpferd dann versteigert, denn Christa Diebig, Schwester der Hof-Chefin Ilse Hess, ist pensionierte Lehrerin und organisiert mit zwei Freundinnen Deutschunterricht für Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Friedland. Dort fehlt es aber am Unterrichtsmaterial. Und dafür sollte der Versteigerungserlös sein.

Es wurde fleißig geboten, am Ende erhielt Anna Nolte aus Frankfurt, eines der hoffnungsvollsten Dressurtalente der Republik, den Zuschlag für 2500 Euro. Bis zuletzt hatten Onkel und Vater von Suyeon Kim, einer südkoreanischen Reitschülerin, mitgeboten.

Als Nolte die Enttäuschung der jungen Fau merkte, schenkte sie ihr das gerade ersteigerte Pferd. Darauf steuerte Kims Vater noch einmal 1000 Euro bei. Und unterdessen ließ Reiterin Kathleen Keller unter den ausgelassenen Gästen der Siegerehrung den Hut rumgehen - weitere 1000 Euro. Ilse Hess, die Veranstalterin der Dressurtage, stockte auf rund 5000 Euro auf.

Und was geschieht damit? Christa Diebig, Gudrun Junker und Brunhild Titze, die drei Lehrerinnen, haben Unterrichtsmaterial drucken lassen. Dreimal in der Woche bringen sie in den Räumen der Caritas in Friedland Flüchtlingen die ersten Worte Deutsch bei. Dabei habe es bisher an allem gefehlt: an Papier, an Kugelschreibern, an Lehrmappen.

Schließlich muss meist mit dem ABC angefangen werden. Und immer wieder kommen neue Flüchtlinge in den Unterricht. In dieser Woche standen 100 Menschen vor der Tür, 80 konnten mitmachen, darunter 45, die erstmals da waren. Mit dem Auktionserlös, erzählt Diebig, könne erstmals das selbst erstellte Lehrmaterial, quasi Bildwörterbücher, vervielfältigt werden.

Aber, so sagt sie: „Spenden, und seien es nur Papier und Kugelschreiber, können wir weiterhin gut gebrauchen.“

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