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55 Pflanzen "richtig gutes Zeug"

45-Jähriger wegen des Anbaus und Handels mit Haschisch verurteilt 55 Pflanzen "richtig gutes Zeug"

Das war "schon richtig gutes Zeug, was er da in der Wohnung hatte". Der Staatsanwalt meint damit nicht die Wirkung, sondern die gärtnerische Qualität der 55 Cannabispflanzen, die bei dem 45-jährigen Göttinger gefunden wurden. Am Mittwoch wurde dieser dafür zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Aufgeflogen war der Arbeitslose, der von Hartz IV lebt und gelegentlich als Aushilfe Hausmeisterdienste versieht, am 1. April vergangenen Jahres. Da stand die Polizei in der Wohnung und fand bei ihm 55 prächtig entwickelte Cannabispflanzen. Im Arbeitszimmer außerdem etliche frisch gekeimte Jungpflanzen. Dazu noch Hanfsamen und etwas Amphetamin. So listet es die Anklage auf. Auch mutmaßliches Drogeneld wurde beschlagnahmt.

Vor dem Schöffengericht hat der 45-Jährige sofort ein Geständnis abgelegt. Einzig die Frage, wie lange er die Produkte seines gärtnerischen Erfolges schon verkauft hat, bleibt offen. Die Staatsanwaltschaft glaubt an die zweite Blüte der stattlichen Pflanzen, selber spricht er von der ersten Ernte. Er räumt aber ein, schon etwas verkauft zu haben. Zum sichergestellten Geld gibt er an, ein Teil davon stamme aus seinen Sozialhilfe-Bezügen. Das Gericht wird später entscheiden, dass nur für die Scheine kleiner Stückelung, insgesamt 1555 Euro, Wertverfall anzuordnen ist - also für jenen Teil, der typisch für Drogengeschäfte ist. Dass auch eigenes Geld dabei war, könne nicht widerlegt werden.

Während der Verteidiger versucht, die Sache als minderschweren Fall darzustellen, betont der Staatsanwalt in seinem Plädoyer, hier sei die fünffache Menge der sogenannten geringen Menge überschritten. Dem folgt das Gericht. Das heißt: Mindestens ein, höchstens 15 Jahre Freiheitsstrafe für unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln drohen. Das Urteil lautet auf ein Jahr und sechs Monate Gefängnis, auszusetzen zur Bewährung. Ein Bewährungshelfer soll den 45-Jährigen "in die Spur bringen". Und 150 Arbeitsstunden sollen dabei helfen, seine "möglicherweise derzeitige Bequemlichkeit" zu überwinden.

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