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59 Grad Temperaturunterschied in einem Jahr

Wetterbilanz 59 Grad Temperaturunterschied in einem Jahr

Seit Wochen hat der Winter die Region im Griff. Zur Zeit kaum vorstellbar: Das vergangene Jahr war trotz des eisigen Endes insgesamt zu warm. Die Temperaturunterschiede waren groß. Die Spanne reichte von minus 24 bis plus 35 Grad.

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Knapp 35 Grad am 20. August 2009: Am heißesten Tag des Jahres war es im Freibad am Brauweg rappelvoll.

Quelle: Hinzmann

Schwankungen von 59 Grad: Das bewerten auch die Profis vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Geismar als „ungewöhnlich hoch“. Am 7. Januar des vergangenen Jahren fiel die Luft-Temperatur an der Wetterwarte auf minus 24 Grad, so kalt war es an diesem Datum seit 1960 nicht mehr. Am Boden waren es fast 30 Grad minus.

Das Jahr 2009 begann frostig, aber auch die Monate Juni, Oktober und Dezember fielen im Vergleich zum langjährigen Mittelwert zu kalt aus. Alle anderen Monate aber waren zu warm. Die Jahresbilanz liegt damit im Plus. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,3 Grad lag das vergangene Jahr knapp ein Grad über dem Schnitt. „Damit gibt es seit 1997 jetzt schon 13 zu warme Jahre in Folge, denn letztmals war es 1996 zu kalt“, erklärt Matthis Hans, Chef der Wetterwarte Geismar.

Was zur Zeit kaum vorstellbar ist, es war nicht nur zu warm, es war auch ein wenig sonniger als üblich: Knapp 1500 Stunden genossen die Göttinger im Jahr 2009, das ist immerhin ein Plus von 105 Prozent. Die Niederschlagsmenge entsprach fast genau dem langjährigen Mittel, mit 640 Litern pro Quadratmeter erreichte der Wert 99 Prozent des Durchschnitts.

85 Frosttage und 19 Tage, an denen es nicht wärmer als null Grad war: „Das ist für Göttingen normal“, so Hans. Als „beachtlich“ stuft der DWD-Mitarbeiter allerdings die beiden Polartage ein, an denen die Tageshöchsttemperatur unter minus 10 Grad blieb. Einen Polartag gab es zuletzt 1997.

An 30 Tagen gab es Gewitter, was laut Hans „recht häufig“ war. Erstmals seit fünf Jahren fielen aber keine Hagelkörner, die größer als fünf Millimeter waren. Auch in Sachen Wind zeigte sich 2009 als eher ruhiges Jahr, nur an sechs Tagen blies er mit Stärke acht.

„In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Nebeltage signifikant zurückgegangen“, sagt Hans. Nur an 35 Tagen gab es in Göttingen Nebel. Der Maximalwert liegt lange zurück: 1933 waren es 89 Nebeltage. Grund: „Vermutlich die Verbesserung der Luftqualität.“

Von Britta Bielefeld

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