Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
600 Liter Suppe im "Kauf Park" Göttingen

Tageblatt-Aktion "Keiner soll einsam sein" 600 Liter Suppe im "Kauf Park" Göttingen

600 Liter Erbsensuppe, 24 Prominente aus Stadt und Landkreis Göttingen an der Schöpfkelle, 50 gemeinnützige Einrichtungen mit ihren Angeboten und viele, viele Kunden des "Kauf Park" - das alles ergibt eine gelungene Benefizaktion zu Gunsten der Tageblatt-Aktion "Keiner soll einsam sein".

Voriger Artikel
Landkreis Göttingen stellt Fotokalender für 2016 vor
Nächster Artikel
Flüchtlinge auf den Zietenterrassen erholen sich von Strapazen der Flucht
Quelle: Heller

Göttingen. Und ganz nebenbei, zwischen zwei Kellen Suppe, die frohe Botschaft: Die Göttinger Bonifatius-Schule II ist gerettet.

"Eine gesegnete Suppe" scherzte noch Centermanager Andreas Gruber, als er Dechant Wigbert Schwarze vors Mikrofon holte. Gerade hatte der sich mit Makus Bludau von der Volksbank unterhalten. Der ist Elternvertreter in der vom Bistum Hildesheim getragenen konfessionellen Oberschule und war begierig zu erfahren, wie es nach einem neuerlichen Gespräch mit dem Bischof um die Zukunft der Schule steht.

Schwarze dazu: Noch habe er es nicht schriftelich, aber das Wort des Bischofs zähle. Die Boni II werde als ökumenische Schule weiter bestehen, weil er Bischof und Verwaltung habe überzeugen können, wie wichtig die katholische Schule, die mehr als 40 Prozent evangelische Schüler hat, für die Göttinger Schullandschaft sei.

Foto: Heller

Zur Bildergalerie

Wie um dies zu beweisen, waren Boni-Mitarbeiter von Förderverein auch bei der Aktion "Miteinander-Füreinander" vertreten und verkauften im "Kauf Park" von selbstgemachten Marmeladen über Mini-Donuts bis hin zu Handarbeiten.

50 solcher Einrichtungen, vom Rotary- und Lions-Club bis hin  zu "Menschen im Schatten" stellten sich an diesem Tag im "Kauf Park" vor. Fördervereine, Selbsthilfegruppen, Landfrauen und die Göttinger Tafel sowie der Mittagstich von St. Michael waren dabei.

Zu Mittag gab es reichlich: natürlich Erbsensuppe. Im Vorjahr war die schon weit vor Mittag alle. Diesmal schenkten 24 Prominente abwechselnd aus. 600 Liter insgesamt, zubereitet seit 3.30 Uhr. Dazu Würstchen von Fleischerei Wulff, Brötchen von Bäckerei Thiele. Von 10 Uhr an herrschte steter Andrang vor den Stationen. Und weiter geht es mit den letzten Kübeln Suppe am Abend bei der Oldienight. Nebenbei übergab der "Kauf Park" einen Scheck über 5000 Euro an die wohltätige Aktion des Tageblattes. Und auch der Erlös einer Benefiz-Tombola ging an die karitativen Teilnehmer von "Miteinander-Füreinander".

Moderator Andreas Lindemeier und Centermanager Gruber knöpften sich die Helfer einzeln vor und verstrickten sie in manch unterhaltsamen Talk - gelegentlich auch in kleine Eigenwerbung. Der Polizeipräsident etwa, Uwe Lührig, gab schmunzelnd zu, wie toll sein Amt ist - er repräsentativ an der Kelle, und die Kollegen sorgen für Sicherheit. Oder Sparkassen-Chef Rainer Hald. Er half schon das 20. Mal mit. Immer wieder aber auch gab es ernste, nachdenkliche Worte. Der Terror von Paris war an diesem Sonnabendmittag bei keinem vergessen.

Gern mal aus- oder eingeschenkt

Man lernt ganz neue Talente kennen bei solch einer Aktion: Andreas Lindemeier, die Stimme der BG, kann nicht nur moderieren. Er sei der einzige staatlich geprüfte Suppeneinschenker, verriet er am Sonnabend im "Kauf Park", und griff selbst zur Kelle. Das Geheimnis: Schon 1972, bei den Olympischen Spielen, war er einer von 1700 Studenten und Bundeswehrsoldaten, die in München die Gäste verköstigten.

Heimlich üben kann nun auch Benjamin Wolf vom Tageblatt, der Macher der Benefiz-Aktionen für "Keiner soll einsam sein". Ihm wurde vom "Kauf Park" als Dank eine Suppenkelle mit Gravur geschenkt. Als Routinier, der gern mal ausschenkt, "aber auch mal einen einschenkt", erwies sich SPD-Landtagsabgeordneter Ronald Schminke. Er wäre nicht der streitbare Politiker, hätte er nicht hinzugefügt: "Wir in Südniederschsen werden ja oft vergessen. Dabei haben es die anständigen Menschen hier verdient."

Von der Regieruung übersehen zu werden, darüber kann sich Friedlands Bürgermeistger Andreas Friedrichs (SPD) gerade nicht beklagen. Mit einer Umarmung bedankte er sich bei CDU-Mann Fritz Güntzler, der ihm am Freitag zehn Millionen Euro Bundesförderung für das Museum Friedland hatte verkünden können. Für einen SPD-Mann sei die Umarmung "überraschend innig" gewesen, kommentierte Güntzler.

Innig vereint, geradezu synchron Seite an Seite, schöpften auch Rainer Hald (Sparkasse) und Markus Bludau (Volksbank) aus dem vollen Suppentopf. Ein Heimspiel hatte Birgit Sterr (SPD), Grones Ortsbürgermeisterin. Und Dechant Wigbert Schwarze ("Ich bin Eichsfelder, ich esse alles.") musste beichten, dass es erst am Freitagabend Grünkohl, jetzt schon wieder Erbsensuppe gab.

Kulinarisch wurde Friedlands Bürgermeister Friedrichs dann noch auf den Zahn gefühlt. Wenn man gut essen gehen möchte, müsse man wohl nach Friedland kommen, fragte ihn Andreas Gruber. Friedrichs: "Ja, aber Erbsensuppe isst man im 'Kauf Park'." Haben die Friedländer Sterne-, Hauben- und Rippchenköche Erbsensuppe eigentlich auf der Speisekarte?

► Weitere Fotos der Aktion finden Sie auf dem Instagram-Account des Tageblatts.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016