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700 Besucher bei Esoteriktagen in Weender Festhalle

Honig von Andromeda Whitebear 700 Besucher bei Esoteriktagen in Weender Festhalle

Seelenheil, Gesundheit und Wohlbefinden – die Verheißungen der Gesundheits- und Esoteriktage sind vielfältig.

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Was ist mein Schicksal? Habe ich schon einmal gelebt? Handleser Karl-Heinz Heidrich gibt Anika Antworten.

Quelle: Heller

Göttingen. Trance-Medium Sabine Müller, die unsichtbar von Lichtmeisterin Xendradine begleitet wird, bietet etwa Jenseitskontakte, Rückführungen oder Einhornmagie an. Ihr Vortragsthema: „Lichtmeisterin Xendradine und die Diamant-Einhorn-Kristall-Energie überflutet dich mit der Diamant-Regenbogenkristallquelle der 79 Strahlen.“ An ihrem Stand gibt es für 170 Euro einen Chakra-Diamanten, der die Begleitung von Erzengel Michael verspricht. „Ersetzt keine Arztbesuche und Diagnosen“, steht kleingedruckt auf einem Schild.

Nebenan verkauft Andromeda Whitebear, die sich als Master of Ayurveda bezeichnet und sich mit Chakra-Balance auskennt, verschiedene Honigarten. „Aus Gebieten, über denen es garantiert „keine Chemtrails“ gibt, sagt sie. Eine „Heilweise der neuen Zeit“ durch die Klangrunen des Sirius bietet Iyánéé.

Durch sein gesegnetes Holz wird "alles abgezogen, was an Negativem im Menschen ist", sagt Oliver Reinbrecht aus Osterode. Über einen Energieplatz, zwei 20 Zentimeter durchmessende Scheiben aus nach Reinbrecht benanntem Oliver-Holz, könne das geschehen. "Wenn Sie einen Gruselfilm geschaut haben, können die Scheiben Sie anschließend reinigen", sagt Reinbrecht. Jeder Mensch braucht ein anderes Holz, erklärt er und empfiehlt einem interessierten Kunden Erle. Das Holz werde dann von ihm gesegnet. Gott spreche dabei zu ihm, sagt Reinbrecht. Eine etwa 20 Zentimeter durchmessende Energiekugel aus Zedernholz kostet 110 Euro. Darin befinde sich dann aber auch "universelle Heilkraft und reine Liebe".

"Selbst Verantwortung für Krankheit oder Gesundheit übernehmen“

Sabine Selka hat die Bioterra-Messe in der Weender Festhalle organisiert. Die ehemalige Pharmareferentin ist zufrieden mit der Resonanz: Rund 700 Besucher – im Schnitt zwischen 35 und 55 Jahre alt und meist Frauen, so Selka – haben sich an zwei Tagen an den 30 Ständen gedrängt. Sechs weitere Messen, zwischen Niedersachsen und bande-Württemberg veranstaltet sie in diesem Jahr.

In Göttingen ist sie bereits zum elften Mal. „Menschen suchen nach Möglichkeiten, selbst Verantwortung für Krankheit oder Gesundheit zu übernehmen“, schildert Selka ihre Erfahrungen. Problematisch werde es da, wo sich Menschen in Abhängigkeiten begeben. Ob die auf der Messe angebotenen Methoden auch helfen? „Der Nachweis des Nutzens klappt nicht für die Seele“, sagt Selka. So wisse jeder Mensch, wenn er verliebt ist, führt Selka als Beispiel an. Wissenschaftlich lasse sich dieses Gefühl aber nicht nachweisen, dennoch sei es da.

„Meine Neugier hat mich hergeführt“, sagt Besucherin Heidi Gödecke aus Halberstadt. „Die Preise sind ganz schön happig“, bemerkt ihre Begleitung Klaus Wegner. Immerhin 30 Euro will Kartenlegerin und Kaffeesatzleserin Dilek Tugral von Gödecke für eine 15-minütige Sitzung haben. Dafür hätten Tugrals Aussagen über sie aber zu 85 Prozent gestimmt, sagt Gödecke. "Ein bisschen Wahrheit ist schon dran", kommentiert Wegner das Esoterik-Angebot der Messe.

"Man muss empfänglich sein, sonst funktioniert es nicht.“

Besucherin Beate Hundt hat den Kontakt zur Esoterik in ihrer Familie bekommen. „Mein Vater war Wünschelrutengänger“, sagt sie. Persönlich halte sie Kräutertees für besser als jegliche Medizin und gegen Antibiotika habe sie eine Abneigung. Gemeinsam mit Sigrid Schmidt steht Hundt an, um sich den Vortrag „Handlesen – das Schicksal in ihren Händen“ von Jörg Rasch anzuhören. Die ehemalige Krankenschwester Schmidt sieht in alternativen Heilmethoden einen Zusatz, aber keinen Ersatz für die klassische Schulmedizin. „Und man muss dafür empfänglich sein, sonst funktioniert es nicht.“ Sie ist überzeugt: "Die alten Hausmittelchen wirken schon, aber die Medizin lässt sie weiterhin außen vor."

Rüdiger Ludwig und Robert Medel sind alles andere als empfänglich für die esoterischen Spielereien. Der Informatiker und Chemiker, die sich auf der Messe umgesehen haben und dabei sind eine Regionalgruppe der der Aufklärung verpflichteten Giordano-Bruno-Stiftung zu gründen, warnen: Sich auf irgendwelche medizinischen Diagnosen zu verlassen, könne gefährlich werden. Auch würden viele Mittel, etwa das „Licht in Flaschen“, chemisch nicht das halten, was ihre Verkäufer versprächen, sagt der Chemiker Medel. Die erwähnte Licht- und Energieessenz soll "Schutz, Energieerhöhung und Zielerreichung" bieten, enthalten sind "informiertes Quellwasser, kolloidales Gold, Mikroorganismen, Keramikpipes und Biophotonen".

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