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87-Jährige wird Ohrenzeugin eines Mordes

Seniorenstift Adelebsen 87-Jährige wird Ohrenzeugin eines Mordes

Im Prozess um die Vergewaltigung und den Tod einer 87 Jahre alten Bewohnerin des Altenpflegeheims Alma-Louisen-Stift sind gestern die Angehörigen gehört worden. Der 67-jährige Sohn fand am Morgen des 16. November 2008 das blutüberströmte Opfer in seiner Wohnung. 

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Der 27 Jahre alte Angeklagte hat gestanden, die alte Frau vergewaltigt und getötet zu haben. Er bestreitet indes, den Tatort zunächst verlassen zu haben, später zurückgekehrt zu sein und die Schwerverletzte mit einem Kissen erstickt zu haben. Ein solcher Verlauf wäre juristisch Mord zur Verdeckung einer Straftat. Zwangsläufig wäre lebenslange Haft zu verhängen.

Die Anklage stützt die Rückkehr-Theorie darauf, dass die Scheibe der Tür eingetreten worden ist. An den Scherben waren rote Kunststoffpartikel gefunden worden, die den Sohlen der Schuhe des Angeklagten zuzuordnen sind. Belastet wird der 27-Jährige durch die Aussage der Nachbarin des Opfers, die Ohrenzeugin der Tat geworden war.

Wegen des Gesundheitszustandes der alten Dame (87) konnte diese allerdings nicht als Zeugin gehört werden. Das Gericht führte gestern das Protokoll ihrer Vernehmung ein. Danach war die Nachbarin nachts wach. Sie bemerkte, wie der Bewegungsmelder vor der Wohnanlage mehrfach das Licht einschaltete. Aus Angst sei sie aber nicht hinaus gegangen. Aus der Wohnung der Nachbarin habe sie „schweres Atmen“ gehört. Sie habe dann den Sohn der Nachbarin angerufen, ihn aber nicht erreicht. Dieser bestätigte, vom Telefon geweckt worden zu sein. Er habe aber zu spät abgehoben. Erst nach dem vergeblichen Anruf, so die Nachbarin, habe sie draußen ein Splittern gehört. Sie habe erneut hinaus geschaut, aber nichts gesehen. Erst als sie am nächsten Morgen die zerschlagene Türscheibe entdeckte, habe sie den Sohn alarmieren können.

Von Jürgen Gückel

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