Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
900 Krankenhausmitarbeiter demonstrieren in Göttingen

Gegen Personalengpässe 900 Krankenhausmitarbeiter demonstrieren in Göttingen

Rund 900 Krankenhausmitarbeiter haben am Mittwoch in Göttingen gegen Personalengpässe in deutschen Kliniken demonstriert. Die Aktionen im Universitätsklinikum und dem Evangelischen Krankenhaus Weende waren Teil einer bundesweiten Kundgebung der Gewerkschaft Verdi, die sich an die Gesundheitsminister des Bundes und der Länder richtete. Im Zentrum der Kritik steht der jüngst vorgelegte Entwurf des Krankenhausstrukturgesetzes.

Voriger Artikel
Rosdorfer muss 450 Euro Geldstrafe für Tritte gegen Polizisten zahlen
Nächster Artikel
Telekom baut LTE-Netz in Northeim aus

Kundgebung vor dem Uniklinikum: Jede Zahl auf den Schildern steht für eine Stelle, die es in deutschen Krankenhäusern zu wenig gibt.

Quelle: Heller

Göttingen. „Der Gesetzgeber darf die Gefährdung für Patienten und Personal nicht länger ignorieren. Wir brauchen endlich ein Gesetz mit einer verbindlichen Personalvorgabe und entsprechender Finanzierung, um eine gute Versorgung der Patienten dauerhaft zu sichern“, sagte Verdi-Fachsekretär Patrick von Brandt.

Unter dem Motto „162 000 für 162 000 – Mehr von uns ist besser für alle!“ soll mit der Kundgebung auf die schlechte Personalsituation in deutschen Krankenhäusern aufmerksam gemacht werden. Nach Verdi-Angaben fehlen in Deutschland 162000 Beschäftigte in Kliniken, darunter 70 000 Stellen in der Pflege. Allein in Niedersachsen fehlten etwa 14 000 Stellen. Daher haben bundesweit Krankenhausbeschäftigte 162 000 Schilder hochgehalten, die dem Personalbedarf der Kliniken aller Krankenhäuser entsprechen.

Krankenschwester Christiane Schulz forderte vor dem Universitätsklinikum mehr Mittel für zusätzliche Stellen – nicht nur in der Pflege. „Die Mitarbeiter wollen ihre Arbeit gut machen. Darum geht’s“, so Verdi-Mitglied Schulz.

Das Asklepios-Fachklinikum am Rosdorfer Weg hat sich nicht an der Aktion beteiligt, was vom Verdi-Bezirk Südost-Niedersachsen im Vorfeld kritisiert wurde. Ferner seien Mitarbeiter von der Geschäftsführung aufgefordert worden, nur außerhalb ihrer Arbeitszeit, etwa in der Pause, an der Kundgebung teilzunehmen.

Auf Tageblatt-Anfrage begründete Asklepios-Konzernsprecher Mathias Eberenz die Entscheidung der Göttinger Geschäftsführung mit dem Umstand, dass eine Kundgebung vor einer psychiatrischen Fachklinik für die Patienten problematisch sein könnte. Die Forderungen von Verdi könne der Asklepios-Konzern aber nachvollziehen.

Von Jonas Rohde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana