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A 38: Verkehrschaos nach erneuter Tunnelsperrung

Computerversagen im Heidkopftunnel A 38: Verkehrschaos nach erneuter Tunnelsperrung

Der Heidkopftunnel im Zuge der Autobahn 38 ist wegen eines Computerfehlers seit Sonntagabend gesperrt. Es kam zu starken Verkehrsbehinderungen: Bis Heiligenstadt reichte der Stau. Dazu kamen Nebel und Unfälle auf der östlichen Seite des Tunnels, so dass sich der Verkehr zeitweise bis Nordhausen staute.

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Heidkopftunnel schon wieder dicht: Ein Rechnerausfall zwingt Autofahrer auf die Ausweichstrecke.

Quelle: Theodoro da Silva

Weil der Verkehrsrechner, der die Anzeige des zulässigen Tempos und der verfügbaren Fahrstreifen steuert, ausgefallen war, habe der Tunnel aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen, erklärte Martin Rohloff, Leiter der Göttinger Autobahnmeisterei, auf Tageblatt-Anfrage. Seit Montagmorgen, 6.15 Uhr, war der Tunnel in Richtung Westen wieder frei. In Fahrtrichtung Halle dauerte die Sperrung länger: Ein Test der Überwachungs- und Regeltechnik am Mittag schlug fehl.

Auch die Notfallregelung, die bei dem Versagen des Verkehrsrechners einspringt und einen Weiterbetrieb des Tunnels ermöglicht, versagte. Um wenigstens den zurückfließenden Berufsverkehr laufen zu lassen, wurde am Nachmittag die Fahrt Richtung Osten wieder freigegeben, dafür allerdings die Richtung Westen gesperrt. Probleme auch auf den Ausweichstrecken: „Die Umleitung über Arenshausen, Witzenhausen, Hedemünden war total zu“, berichtet ein Tageblatt-Leser.

Sollte es nicht gelingen, die Technik wieder in Gang zu bekommen, bleibt der Tunnel nicht nur über Nacht komplett dicht, sondern bleibt auch über Tag nur jeweils in einer Richtung befahrbar. Immer wieder fällt die Tunneltechnik aus, Feuerwehrübungen werden abgehalten, Gefahrguttransporte, die den Tunnel nicht durchfahren dürfen, abgefangen oder die Technik wird gewartet: Im Schnitt einmal pro Monat ist der gerade einmal vier Jahre alte Tunnel gesperrt.

Dass bei derartigen Störungen gleich der gesamte Tunnel gesperrt werden muss, liege an speziellen Vorschriften für Tunnel, die länger als 400 Meter sind, sagt Andreas Sudhoff, bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim zuständig für den gut 1,7 Kilometer langen Heidkopftunnel. Das Problem: Wenn die automatische Überwachung und Verkehrslenkung mit Kameras und Computer nicht funktioniert, dürfe der Verkehr nicht einfach weiterlaufen, sondern müsse durch Menschen vor Ort überwacht und gelenkt werden.

Das aber bedeute einen Eingriff in den fließenden Verkehr. Und einen solchen dürfte nur die Polizei vornehmen, nicht jedoch andere Behörden wie beispielsweise die Autobahnmeisterei oder die Landesbehörde für Straßenbau. Der Polizei wiederum, merkt Sudhoff an, streiche das Land Niedersachsen immer mehr Personal zusammen. Einer personalintensive Verkehrslenkung und -überwachung vor Ort seien damit oft Grenzen gesetzt.

Jedesmal, wenn die Tunnel-Technik ausfällt, bestätigt auch Heinz Kornrumpf, Leiter der Göttinger Autobahnpolizei, könne aufgrund der Rechtslage nur die Polizei durch Präsenz vor Ort den Fahrbetrieb im Tunnel aufrechterhalten. Das bedeute einen intensiven Personaleinsatz, möglicherweise rund um die Uhr.

Wenn das allerdings aufgrund anderer Einsatzprioritäten oder der Personallage nicht möglich ist, bleibt nur eine einzige Lösung: die komplette Schließung des Tunnels – auch bei noch so kleinen technischen Ausfällen.

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