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Fast alle Lkw zu schnell

A7-Zubringer B 27 Fast alle Lkw zu schnell

Das überrascht selbst Ordnungshüter: Auf dem Autobahnzubringer im Norden Göttingens fährt fast jeder Lkw-Fahrer deutlich zu schnell. Erlaubt sind auf der gut ausgebauten Bundesstraße 27 zwischen den Wohngebieten Holtenser Berg und Hagenberg 60 Stundenkilometer. Mindestens  jeder fünfte Lkw fährt 30 km/h schneller.

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Quelle: Peter Heller

Göttingen. Ermittelt haben das Mitarbeiter vom städtischen Fachbereich Ordnung. Sie haben im April zwei Wochen lang auf dieser Strecke alle Fahrzeuge mit einer Länge von mindestens zwölf Metern – überwiegend sind das Lkw – gezählt und ihre Geschwindigkeit registriert. In jede Fahrtrichtung wurde eine Woche lang durchgehend gemessen. Folgende Teilergebnisse hat die Verwaltung jetzt auf Anfrage genannt: Stadteinwärts Richtung Weende waren 9000 Lkw unterwegs, davon etwa 1000 mit 85–90 km/h, etwa 1000 mit 90-95 km/h und 1200 mit 95-100 km/h. Stadtauswärts Richtung Holtensen/A7 waren 2000 Lkw unterwegs, davon knapp 400 mit 75-80 km/h, gut 400 mit 80-85 km/h, knapp 300 mit 85-90 km/h und gut 100 mit 90-95 km/h. Schwerlaster dürfen hier aber nur 60 km/h fahren.

„So eine hohe Überschreitung haben wir nicht erwartet“, kommentiert der Leiter des Fachbereiches Ordnung, Harald Melzer, die Zahlen. Warum viel mehr Lkw stadteinwärts gefahren sind, könne sich bisher niemand erklären, „die Tempo-Tendenz ist aber in beiden Fällen eindeutig“.

Hintergrund der Messung sind Beschwerden vom Holtenser Berg und Hagenberg. Die Anwohner klagten über zunehmenden Lärm durch rasende Lkw-Fahrer auf dem Zubringer. Darauf hatte sich die CDU/FDP-Fraktion im Rat für zusätzliche Schilder stark gemacht, um Brummifahrer an das Tempolimit zu erinnern. Vielen Fahrern sei nicht bewusst, dass die autobahnähnliche Strecke eine Bundesstraße mit Tempolimit für Lkw ist. Das niedersächsische Verkehrsministerium lehnt solche Zusatzschilder allerdings ab. Die Straße sei eindeutig als Bundesstraße ausgewiesen. Zusatzschilder, die etwas gesetzlich Vorgegebenes nur bekräftigen, seien nicht zulässig. Zudem gibt es Gutachten, die keine erhöhten und belastenden Lärmwerte durch den B27-Verkehr sehen. Sie sind allerdings alt und ihre Ergebnisse basieren auf statistischen Berechnungen.

Darauf forderten die Ratspolitiker aktuelle Lärmmessungen. Weil die aber teuer sind, sollte die Verwaltung zunächst prüfen, ob tatsächlich viele Lkw-Fahrer zu schnell fahren. Das ist jetzt bestätigt. Die Verwaltung werde die Ergebnisse mit den alten Gutachten vergleichen, so Melzer. Dann müsse der Fachausschuss des Rates entschieden, wie es weiter geht.

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