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Begeisterung über Göttinger Radschnellweg

ADFC-Test Begeisterung über Göttinger Radschnellweg

Was macht einen guten Fahrradweg aus? Dieser und weiteren Fragen hat sich der Ausschuss für Radverkehr des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) bei seinem Besuch am Sonnabend in Göttingen gewidmet. Die 15 Mitglieder aus ganz Deutschland hatten sich zuvor zum Austausch in Hannover getroffen.

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Quelle: gb

Der Göttinger Bürgermeister Ulrich Holefleisch, der bei den Grünen für Mobilität und Wohnungsbau verantwortlich ist, nahm die Club-Mitglieder morgens am Bahnhof in Empfang. Zunächst besichtigte die Gruppe das Fahrradparkhaus und fuhr dann gemeinsam die Strecke des Radschnellwegs vom Bahnhof bis zum Nordcampus und wieder zurück.
Die sogenannte Radautobahn stieß bei allen Teilnehmern auf Begeisterung: "Der Radschnellweg lädt geradezu dazu ein, ihn zu benutzen, es macht einfach Spaß", sagte der Leiter des Ausschusses Bertram Giebeler. Ein anderer Mitfahrer fügte hinzu: "Die blaue Markierung hat Wiedererkennungswert. Man kann dem Weg ohne viel nachzudenken folgen." Doch auch einige Kritikpunkte brachte die Gruppe nach der Tour an. In der Innenstadt betrage der Abstand der blauen Markierung zum Bordstein nur 20 Zentimeter. Dies beeinträchtige das Fahrgefühl vor allem dann, wenn Lastkraftwagen vorbeiführen. Auch an der Kreuzung am Klinikum sehen die Radfahrexperten Verbesserungsmöglichkeiten: "Hier wäre vielleicht eine Unterführung sinnvoll gewesen", sagte ein Teilnehmer.
Viele der Mitglieder arbeiten im Bereich Stadtplanung und können so die neu gewonnenen Impulse an die Verantwortlichen in ihrer Heimatstadt weitergeben. Paul Bickelbacher zum Beispiel, der in Berlin in der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung tätig ist, sagte: "Der Radschnellweg ist so breit, dass man nebeneinander fahren und sich dabei unterhalten kann. Das ist ein echtes Qualitätsmerkmal. So etwas hätte ich  auch gerne in meiner  Stadt." Der Stellvertrende Landesvorsitzende des ADFC, Bernd Dippel rät: "Es muss einen positiven Neideffekt geben."
 
So sieht es auch Bertram Giebeler.  Er plant, den verantwortlichen Institutionen in Frankfurt Fotos vom Göttinger Schnellradweg zu zeigen, um sie so von dem Konzept zu überzeugen. Tatsächlich gibt es allen Grund neidisch zu sein:  Beim ADFC-Fahrradklimatest von 2016 steht Göttingen bei Städten seiner Größenordnung auf Platz 1.  In dem Test wurden 252 Göttinger befragt, ob das Radfahren für sie Spaß oder Stress bedeutet, ob beispielsweise Radwege im Winter geräumt werden und ob sie sich auf dem Fahrrad sicher fühlen. Als besonders positiv empfanden die Befragten die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums und dass in Göttingen viele Menschen Fahrrad fahren.
Das Kampagnenbüro „200 Jahre Fahrrad“ hat den Göttinger Radschnellweg kürzlich zudem in seine Reihe „Innovation der Woche“ aufgenommen. Die Reihe stellt in 20 Teilen besondere Projekte der „Landkarte der innovativen Orte“ vor. Beide sind Teil der Jubiläumskampagne „200 Jahre Fahrrad – made in Germany“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Gelobt wird das Göttinger Projekt, weil es den Umstieg auf das Rad beschleunigt.
Von Gwendolyn Barthe

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