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Rettungshunde gesucht

ASB-Kreisverband Göttingen-Land Rettungshunde gesucht

Sie helfen der Polizei bei der Suche von vermissten Menschen – und das sehr effektiv: „Ein Hund kann 30000 Quadratmeter in 20 Minuten absuchen“, sagt Clarissa Wachsmuth, die mit ihrer Hündin Nike Teil der Rettungshundestaffel des ASB-Kreisverbands Göttingen Land ist. Die Staffel sucht nun Nachwuchs.

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Mit dem Auto fahren Clarissa Wachsmuth, Niclas Wiechmann und die anderen Rettungshundeteams zu Einsätzen.

Quelle: Scheiwe

Göttingen/Hann. Münden. „Wir arbeiten ehrenamtlich“, erklärt die 53-jährige Wachsmuth, die Ausbilderin bei der Rettungshundestaffel ist. Ein Rettungshundeteam bestehe jeweils aus einem Hundeführer und seinem Hund. Denn: Wer bei der Staffel mitmachen möchte, muss einen eigenen Hund haben und sich mit diesem gemeinsam ausbilden lassen. „Die Ausbildung dauert circa zwei Jahre“, sagt Wachsmuth.

Doch nicht nur die Hunde müssen lernen, Menschen zu suchen und ihrem Herrchen anzuzeigen, wenn sie jemanden gefunden haben. „Die Hundeführer müssen sich zu Sanitätshelfern ausbilden lassen“, erklärt Wachsmuth. Außerdem stehe ein Kurs für Erste Hilfe am Hund auf dem Programm, ebenso wie das Lernen eines Einsatzablaufes inklusive der Kartenkunde.

Schon mit zwölf Wochen könnten Welpen ausgebildet werden, maximal sechs Jahre alt dürften sie bei ihrer Prüfung sein. In den zwei Jahren der Ausbildung werde herauskristallisiert, ob die Hunde lieber „verbellen“ oder „Freiverweiser“ sind. Beim Verbellen bellt ein Hund, sobald er einen Vermissten gefunden hat, solange durch, bis sein Hundeführer ihn gefunden hat. Die „Freiverweiser“ laufen entweder zwischen dem gefundenen Menschen und ihrem Rettungshundeführer hin und her oder laufen zu ihrem Hundeführer und führen diesen dann zum Vermissten.

Wachsmuths Hündin Nike verbellt zum Anzeigen eines Fundes – wie sie im Training mit Helfer Niclas Wiechmann zeigt. Als Wachsmuth dem Retriever ihr Rettungshundegeschirr sowie ein paar Glöckchen anlegt, als Zeichen dafür, dass die Hündin jetzt im Einsatz ist, wird diese aufmerksam und rennt auf ein Zeichen von Wachsmuth los. Neben dem liegenden Wiechmann bellt sie so lange, bis der ihr ein Leckerlie gibt.

„Es ist immer ein Team mit mindestens einem zusätzlichen Helfer unterwegs“, erklärt der 26-Jährige, der auch gerade einen Hund in Ausbildung hat. „Das Wichtigste ist, dass die Hunde motivierbar sind“, erklärt Wachsmuth. Zwei Mal die Woche trainieren die ASB-Rettungshundeteams. „Wir fahren dafür in Waldgebiete“, erzählt Wiechmann. Im Winter stehe einmal die Woche Theorie auf dem Programm.

Wirklich ernst wird es, wenn ein Einsatz ansteht. „Wir hatten circa 30 Einsätze im vergangenen Jahr“, erzählt Wachsmuth. Zwölf Teams hat die ASB-Rettungshundestaffel zurzeit. Nicht jedes Team ist bei jedem Einsatz dabei. Die Rettungshundestaffel arbeitet mit Polizei, örtlicher Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen zusammen.

Gemeinsam mit anderen Staffeln gehen die Teams dann auf die Suche, jeder bekomme eine Suchfläche zugeteilt, erklärt Wachsmuth. Die zu Suchenden sind oft Demente, Kinder oder Suizidgefährdete. Doch wie erkennt der Hund, welchen Menschen er suchen muss und wer gerade einfach durch den Wald spaziert? „Der Hund checkt die Menschen nach ihrem Verhalten ab“, erklärt Wachsmuth. So übten sie im Training verschiedene „Helferbilder“, die Helfer würden sich irgendwo versteckt hinsetzen, legen oder sich auch beispielsweise mit Laub abdecken. Die Hunde würden für Wald oder Flächen trainiert, nicht für die Stadt, wo viele Menschen unterwegs sind. Hierfür gebe es eine andere Ausbildung, bei der die Hunde auf individuelle Gerüche trainiert werden.

Wer Interesse hat, sich und seinen Hund als Rettungshundeteam ausbilden zu lassen, kann sich per E-Mail informieren.

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