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Abbau von Doppelstrukturen

Friedland, Gleichen und Rosdorf: Kooperation Abbau von Doppelstrukturen

Südlich von Göttingen soll keine neue Großgemeinde entstehen. Das betonen die Bürgermeister von Friedland, Gleichen und Rosdorf. Allerdings wollen die Gemeinden, nach einem entsprechenden Beschluss der Räte Ende 2011, künftig eng zusammenarbeiten, um die Infrastruktur in Zeiten des Bevölkerungsrückgangs zu erhalten.

Rosdorf. „Die Ära der Ichlinge geht zu Ende“, erklärt Stadtplaner Dirk Puche. Er präsentierte die Startvereinbarung, die in den vergangenen Monaten erarbeitet worden ist, während einer gemeinsamen Sitzung der drei Räte im Rosdorfer Gemeindezentrum.

Förderprogramm

Neun Handlungsfelder haben die drei Kommunen im Rahmen des Förderprogramms „Kleine Städte und Gemeinde – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ identifiziert. Im Bereich „Familie“ steht die Politik vor dem Problem, dass sie die bestehenden Einrichtungen aufgrund sinkender Kinderzahlen nicht halten können. Nur bei den Krippenplätzen steigt der Bedarf. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Problemfamilien zu.

Im Bereich „Freizeit, Kultur, Vereinswesen“ steigt der Zuschussbedarf bei Dorfgemeinschaftshäusern und Hallen. Ein attraktives Kulturangebot fehlt. Beim Thema „Mobilität“ ist eine schlechte Anbindung auf den Nebenstrecken des öffentlichen Personennahverkehrs festzustellen. 
Im Bereich „Schule und Bildung“ droht aufgrund zurückgehender Schülerzahlen die Schließung von Schulen. In Gleichen ist die Situation besonders angespannt. Die Sogwirkung des Oberzentrums ist stark. Familien wandern ab.

Versorgung durch Familienangehörige immer seltener gegeben

Die Zahl der Senioren und der Hochbetagten legt zu, während die Versorgung durch Familienangehörige immer seltener gegeben ist. In den Ortschaften gibt es nur wenige entsprechende Einrichtungen. Daher wandern auch die Alten ab. Im Handlungsfeld „Sport“ kämpfen Vereine mit Mitgliederschwund. Sie schaffen es kaum noch, ihre Vereinshäuser aufrechtzuerhalten. Bei der Telekommunikation ist die schnelle Datenverbindungen in vielen Bereichen nicht gegeben.

Probleme macht der Erhalt des großen Straßennetzes in den Flächengemeinden. Der Sanierungsbedarf wächst. Gleichzeitig wollen die drei Kommunen die Ortskerne aufwerten. Beim Katastrophenschutz müssen die Gemeinden die ersten Ortswehren auflösen. Örtliche Feuerwehrhäuser entsprechen teilweise nicht mehr technischen und arbeitsrechtlichen Vorgaben. 

Bei der Suche nach Lösungen stellen die drei Kommunen keine Vorbedingungen. Sie wollen offen diskutieren, was wirklich gebraucht wird. Unnötige Doppelstrukturen sollen verschwinden. Es wird über Bündelung und Arbeitsteilung nachgedacht. Der Prozess soll transparent verlaufen, die Bevölkerung eingebunden werden. Das befürworten die Ratsmitglieder einstimmig. Bis Anfang 2013 sollen konkrete Projekte formuliert werden. Die Umsetzung wird nach und nach in den kommenden zehn Jahren erfolgen.

Michael Caspar

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