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Absagen beim Runden Tisch Grone

"Man fühlt sich nicht ernst genommen" Absagen beim Runden Tisch Grone

Eigentlich hätte der Runde Tisch Grone am Dienstag mit Göttingens Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck und Ronny Sager von der Westgrund Niedersachsen Süd GmbH über die Wohnungsleerstände im Stadtteil diskutieren wollen. Doch beide sagten das Treffen bereits zum zweiten Mal ab.

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Dagmar Schlapeit-Beck, Ronny Sager

Quelle: Archiv

Grone. Vor allem die Absage der Sozialdezernentin stieß auf große Kritik bei den Teilnehmern des Runden Tisches. "Wir hätten mit der Verwaltung sehr gerne die Situation erörtert", sagte Grones Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD). Die beiden kurzfristigen Absagen seien "sehr ärgerlich und bedauerlich". Ortsratsmitglied Hendrik Falkenberg (GöLinke) sagte, dass sich die Verwaltung keinen Gefalle tue, "uns am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen". "Man fühlt sich nicht ernst genommen", sagte Maike Trebesch, Diakonin der Jona-Gemeinde.

 

Schlapeit-Beck begründete ihre Absage gegenüber dem Tageblatt mit "einer Terminüberschneidung mit einem terminlich festgelegtem Kolloquium zur Klingebielzelle im Sprengel-Museum Hannover". Diese Veranstaltung zu verschieben, sei "wegen weiterer externer Gäste leider nicht möglich" gewesen. Wegen der Arbeitsbelastung bei der Flüchtlingsunterbringung sei der Fachbereich Soziales nicht in der Lage gewesen, sie bei der Sitzung des Rundes Tisches zu vertreten. "Ich hole den Termin mit dem Runden Tisch jedoch gerne bald nach", sagte die Dezernentin.

 

Sager hatte nach Falkenbergs Angaben erst am Sitzungstag abgesagt. Grund: Urlaub. Er wolle, so ließ er den Runden Tisch wissen, das Treffen im "kleinen Kreis" nachholen zu wollen. 

 

Der Runde Tisch sieht angesichts des großen Wohnungsleerstandes Gesprächsbedarf. Der Westgrund gehört in Grone zu den größten Immobilienbesitzern. Sie besitzt in Grone Nord und Süd 1139 Wohnungen, von denen einige seit Jahren ungenutzt sind. Nach Angaben von Sterr hätten im Sommer in Grone rund 100 Wohnungen leer gestanden. Westgrund saniert derzeit einen Teil ihrer Wohnungen. Acht sollen, nach Angaben von Sager, in Kürze an Geflüchtete vermietet werden. Ab Januar werde wieder eine Hausverwaltung direkt vor Ort sein.

 

Nadia Ochi und Severin Dieterle vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) und der Geschäftsführer des Studentenwerkes, Jörg Magull, stellten sich der Diskussion beim Runden Tisch. Ochi und Dieterle betonten, dass die Wohnungsnot unter Studierenden vor allem im September und Oktober am größten sei und dass Studierende wenig bereit seien, in die Vororte Göttingens zu ziehen. Darauf reagiere auch das Studentenwerk. Der Korridor, in dem sich das Studentenwerk künftig engagieren werde, reiche von der Bürgerstraße bis zum Nordcampus, von der Robert-Koch-Straße bis Hannoversche Straße, sagte Magull. Dabei setzt das Studentenwerk auf eigene Immobilien. Fast alle angemieteten Objekte habe man abgestoßen, sagte Magull. Daher komme es auch nicht in Frage, etwa in Grone leerstehende Wohnungen anzumieten.

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