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Wochenendkolumne Abschaffen

Die Amis hatten ihren Super-Dienstag, wir haben morgen unseren Super-Sonntag. Wahlen. Politik. Immer diese Superlative. Dabei gibt es seit Jahrzehnten ein Thema, das offensichtlich derart brisant ist, dass sich kein Politiker ernsthaft daran abarbeiten will. Kein Trump, wenn er denn dürfte, kein Seehofer, noch nicht einmal die Petry. Sie ahnen schon, worum es geht? Genau: die Sommerzeit.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

In zwei Wochen ist es wieder mal an der Reihe. Uhrzeiger eine Stunde vordrehen, die Lokführer müssen doppelt so schnell fahren, um die Stunde aufzuholen (ich freue mich jetzt schon auf die Zuschriften unserer Mathematik-bewanderten Leser), Babys schreien später, die Hunde sind durcheinander. Und wir alle müssen im Job produktiver werden, weil sich die Zeitumstellung je wirtschaftlich rechnen muss. Jetzt kommt aber der Hammer. Der Super-Hammer sozusagen. Wissenschaftler bezweifeln, dass die Umstellung für die Ökonomie in unserem Land einen messbaren Effekt hat. Ach. Wow. Man kann die Uhr danach stellen, Mitte März und Mitte Oktober kommen die Gutachter um die Ecke und erzählen uns, wie unsinnig der Stundensprung ist. Woher kommt das Ganze überhaupt? Ölkrise, Siebziger Jahre im vorigen Jahrhundert. Um das Sonnenlicht besser auszunutzen und somit Elektrizität zu sparen, wurden die Uhren einfach eine Stunde vorgestellt. Jetzt haben wir wieder Ölkrise – aber anders herum. Öl ist so billig wie seit Jahren nicht mehr. Spricht also vieles für die Abschaffung der Sommerzeit. Das wäre allerdings blöd. Ich stelle mir gerade eine Stadt wie Göttingen im Hochsommer vor, wenn es bis halb elf abends noch hell ist, die Cafés gut besucht sind und die jungen Menschen das Flair genießen. Ich habe eine ganz andere Idee: Schafft die Winterzeit ab! Oder was meinen Sie, liebe Leser?

Ein schönes Super-Wochenende wünscht

Uwe Graells

Sie erreichen den Autor unter u.graells@goettinger-tageblatt.de.

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Von Redakteur Dr. Uwe Graells

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