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Abt von Bursfelde

Thema des Tages Abt von Bursfelde

Seit 1828 ist der Titel eines Abtes von Bursfelde an eine ordentliche Professur der Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität gebunden. Joachim Ringleben (70) wurde an Himmelfahrt 2000 zum 13. Abt von Bursfelde ernannt. Am Himmelfahrtstag 2016 wird sein Nachfolger, Prof. Thomas Kaufmann, von Landesbischof Ralf Meister im Gottesdienst in der Klosterkirche zum nächsten Abt von Bursfelde ernannt. Abt Ringleben hat zum Ende seiner Amtszeit den Tageblatt-Mitarbeitern Angela Brünjes (Text) und Peter Heller (Fotos) die Orte im Geistlichen Zentrum Kloster Bursfelde gezeigt, die für seine Amtszeit von Bedeutung sind und ihm wichtig.

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Der Abt von Bursfelde: Joachim Ringleben in der Westkirche des Klosters.

Quelle: Heller

Abtzimmer

Göttingen. „Hier empfängt man den Besuch“, benennt der Abt die Funktion des Abtzimmers. Die thailändische Prinzessin Maha Chakra Sirindhorn im Jahr 2014 oder Landtagspräsident Bernd Busemann zählten ebenso zu den viele Gästen wie eine Gruppe von sechs Texanern, deren Vorfahren einst aus Bursfelde kamen.

Heller

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Auch bei solchen Gelegenheiten erklärt der Abt gerne die Geschichte des heute evangelischen Klosters. Im Abtzimmer hängt auch die Bildergalerie der zwölf Vorgänger von Ringleben. Dessen Foto ist bereits platziert. Die schlichte Amtskette mit dem goldenen Kreuz, das alle Äbte trugen, wird Ringleben an Himmelfahrt seinem Nachfolger übergeben.

„Es ist ein wunderschönes Amt“, sagt der 13. Abt von Bursfelde. Ihm habe es als Professor der systematischen Theologie die Möglichkeit gegeben, wissenschaftliche Arbeit und Lehre mit einem geistlichen Amt - mit Predigten, Trauungen, Beerdigungen und Seelsorge - zu verbinden. „Das hat meine wissenschaftliche Arbeit nachhaltig geprägt. Für mich war das Amt eine ungeheure Bereicherung meines Theologeseins.“

Westkirche

Die Westkirche ist der 1093 von Mönchen aus Corvey errichtete Gründungsbau des Benediktinerklosters. „Wenn man hier Gottesdienste feiert, singen die Engel mit“, erklärt der Abt mit Blick auf die Fresken aus dem 15. Jahrhundert, die an den Arkadenbögen Engel zeigen.

Heller

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In der Westkirche hat Ringleben, der in Bursfelde auch zum Pastor ordiniert wurde, dreißigmal gepredigt. „Immer in einer vollen Kirche. Das ist ein Geschenk.“ Ringleben hat auch vielen Gästen die Klosterkirche bei Führungen gezeigt.

Ostkirche

Eine benediktinische Tradition besteht mit der abendlichen Hora fort. Jeden Tag beginnt diese um18 Uhr in der Ostkirche. „Es geht um die Wahrung benediktinischer Traditionen mit evangelischem Profil“, beschreibt Ringleben eine der Regeln, die an die Entstehung Bursfeldes als Männerkonvent und Benediktinerkloster erinnert.

Heller

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Bis heute bestehen enge Beziehungen zur Benediktinerabtei Maria-Laach. 1135 spendete Kaiserin Richenza die Ostkirche. „Hier ist alles aus der Architektur heraus gestaltet“, erklärt Ringleben den Raum, in dem er an Konventssonntagen predigte und in dem zur Blütezeit des Klosters im Mittelalter täglich siebenmal bis zu 100 Mönche zum Gebet zusammenkamen.

Salon

Der Konvent von Bursfelde trifft sich im Salon. 15 evangelische, ordentliche Professoren aus allen Fakultäten der Universität Göttingen sind im Konvent vertreten. Die Zusammenkünfte sieht Ringleben als „eine Bereicherung der Aufgaben des Abtes“.

Das Kloster Bursfelde

Heinrich Graf von Northeim beauftragte Mönche aus Corvey an der Weser ein Benediktinerkloster zu errrichten, was 1093 begann. In der Reformationszeit wurde Bursfelde durch die Kloster-Reformbewegung „Bursfelder Kongregation“ bekannt, bei Kirchenhistorikern und bei Benedektinermönchen hat das Kloster „bis heute einen klangvollen Namen“.

1542 wurde das Kloster evangelisch. Das Anwesen kam 1818 in den Besitz der Klosterkammer. Seit 1828 steht ein Theologieprofessor der Universität Göttingen, der vom Senat der evangelisch-lutherischen Landeskirche und der Landesregierung vorgeschlagen wird, dem Kloster als Abt vor.

Touristisch ist Bursfelde ebenfalls ein Begriff: Mit bis zu 70000 Besuchern jährlich zählt es zu den meistbesuchten Klosteranlagen in Deutschland.

Bei der Arbeit über Bibeltexte, zeitgenössische und politische Themen komme es zu einem besonderen interdisziplinären Dialog über zentrale Fragen des Christentums. Ringleben: „An diesem Ort verdichtet sich das Besondere von Bursfelde mit Kloster und Universität, Religion und Kultur, Christentum und Wissenschaft, Glauben und Vernunft.“

Brunnen

Bei der Renovierung und Erweiterung des Tagungshauses durch die Klosterkammer Hannover im Jahr 2009 wurden Reste des Brunnenhauses zufällig entdeckt.

Heller

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An der Stelle im Park des Klosters ist direkt an den Tagungstrakt ein Pavillon entstanden mit einer Brunnenschale, aus der fortwährend Wasser quellt. An Himmelfahrtstagen mit gutem Wetter kommen die Gäste des Abtes nach Gottesdienst und Studium, dem Himmelfahrtstreffen der Universität in der Klosterkirche, hier zum Mittagessen und Kaffeetrinken zusammen. „Das gehört zu meinen schönsten Erinnerungen“, so Ringleben. Zu Beginn seiner Amtszeit bildete noch eine riesige Blutbuche das Zentrum des Parks.
Nahe der Ostkirche wurde 2014 der Äbtefriedhof geweiht.Dort haben Abt Lothar Perlitt und seine Ehefrau ihre letzte Ruhestätte. Auf der anderen Seite des Parks liegt der Karpfenteich. Dessen Fische wurden oftmals beim Karpfenessen serviert, zu dem Vertreter aus Kirche, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft fünfzehnmal von Abt Ringleben eingeladen wurden.

Himmelfahrtstreffen

Himmelfahrtstreffen der Universität Göttingen am Donnerstag, 5. Mai, in der Klosterkirche Bursfelde: Festgottesdienst um 10 Uhr mit Landesbischof Ralf Meister und Predigt von Abt Thomas Kaufmann begleitet vom Göttinger Universitätsorchester unter Leitung von Ingolf Helm.

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Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016