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Acht Einbruchs-Serien

Polizei Göttingen nimmt im ersten Halbjahr 130 Täter fest Acht Einbruchs-Serien

Seit Beginn des Jahres hat die Göttinger Polizei einen starken Anstieg an Einbrüchen verzeichnet. Die Pressesprecherin der Polizeiinspektion, Jasmin Kaatz, spricht von „einer erheblichen Steigerung der Fallzahlen im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres“.

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Göttingen. Die Wohnungseinbrüche gehen vor allem auf das Konto von überregional agierenden Tätern und Banden – diese Zahl ist um 80 Prozent gestiegen. Die Banden gehen offenbar extrem professionell vor. Ein Hausbesitzer berichtet davon, dass in seiner Ostviertel-Immobilie an einem Tag alle sechs Wohnungen aufgebrochen wurden. Spuren? Kaum. „Nicht einmal alle Mieter haben sofort bemerkt, dass die Einbrecher in ihrer Wohnung waren“, so der Vermieter. Gestohlen wurde überwiegend Schmuck.

 

Immer wieder scheint es zu regionalen Häufungen zu kommen.  Wie Kaatz bestätigt, nehmen sich die Täter häufig bestimmte Stadtteile vor. Die Polizei hat in diesem Jahr bereits acht Serien verzeichnet:

 

  • 1. Serie „Nikolausberg / Bovenden“. Dort hat die Polizei einen Verdacht, und zwar „gegen örtliche Täter“.
  • 2. Serie „Hann.Münden, Nordhessen, Westfalen, Thüringen“. Hier handelt es sich um eine überregionale Bande. Fünf Tatverdächtige aus Rumänien sitzen deswegen mittlerweile in Haft.
  • 3. Serie „Ostviertel und angrenzende Wohngebiete“.   Diese Serie ereignete sich im Juni. Auch dort handelt es sich vermutlich um überregionale Täter osteuropäischer Herkunft. Kaatz: „Die Ermittlungen dauern an.“
  • 4. Serie „Friedland/Rosdorf“ , vermutlich überregionale Täter aus Osteuropa.
  • 5. Serie „Rosdorf“ , Tatverdächtig ist eine Bande aus Norddeutschland
  • 6. Serie „Nikolausberg“ , Tatverdächtige Tätergruppe aus dem Bereich Hannover mit weiteren Tatorten in Northeim, Burgdorf, Wennigsen
  • 7. Serie „Südstadt“ , Ermittlungen konzentrieren sich auf örtliche Täter
  • 8. Serie „Innenstadt“ , Hier spricht die Polizei von örtlichen Tätern  aus der Drogenszene, drei Verdächtige sitzen in U-Haft.

Neben dem starken Anstieg  überregional oder sogar international agierenden Tätern ist auch die Zahl der Einbrüche, verübt durch Drogenabhängige, laut Polizei um 20 Prozent angestiegen.

 

Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres hat die Polizei 130 Einbrecher festgenommen. Um den Tätern das Handwerk zu legen, ist eine speziellen Ermittlungsgruppe „überregionale WED/TWE“ beim zweiten Fachkommissariat eingerichtet worden. Die Polizei arbeitet zudem bei den Ermittlungen auch mit verdeckten Maßnahmen und einer  speziellen Software zur Erkennung von überregionalen Serien.

 

„Wir gehen nicht davon aus, dass die Zahlen weiter ansteigen“, sagt Kaatz. Auch während der Ferienzeit sei keine besondere Häufung zu beobachten.  Die Polizei plant unterdessen weitere Präventionsprojekte. Kaatz weiter: „Der Anteil der Einbrüche, die im Versuch stecken bleiben, ist deutlich steigend. Das ist augenscheinlich auf den erhöhten Standard der Sicherungstechnik zurückzuführen und unterstreicht die Notwendigkeit polizeilicher Beratung.“

 

Vorbeugung und Beratung

Bei Einbrüchen, wie bei vielen anderen Delikten auch, setzt die Polizei auch auf Prävention. So bietet die Polizeiinspektion Göttingen unter anderem individuelle Beratungen vor Ort, also Haus- und Firmenbesuche an. Der Beauftragte für Kriminalprävention ist Norbert Esemann. Er und Jacqueline Emmermann vom Präventionsteam raten unter anderem dazu:

 
1. Mechanische Sicherungen installieren, sie sind Voraussetzung für einen wirksamen Einbruchschutz.

 
2. Auf Nachbarschaftshilfe setzen. Bei längerer Abwesenheit Briefkasten leeren lassen und Kontrollgänge vereinbaren.

 
3. Wertsachen zu Hause nicht offen liegen lassen. Wertvolle Sammlungen oder Schmuck, der nur selten gebraucht wird, im Geldinstitut aufbewahren.

 
Ist es doch zu einem Einbruch gekommen, dann ermitteln die Beamten des zweiten Fachkommissariats. Sie befragen die Nachbarschaft und sensibilisieren die Anwohner, um verdächtige Beobachtungen zu melden (am besten sofort über Notruf 110 an die Polizei)
Esemann berät die Geschädigten innerhalb kürzester Zeit, damit sich die Opfer schützen können. 

 
Die Polizei hat bereits zwei Präventionsveranstaltungen in Friedland und in Nikolausberg organisiert. Zwei weitere Informationsveranstaltungen sind im Herbst in Göttingen geplant. Ort und Zeit noch bekannt gegeben.

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