Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Acht Jahre Haft für 49-jährigen Bulgaren

Heroinschmuggel Acht Jahre Haft für 49-jährigen Bulgaren

Fast zweieinhalb Jahre lang hat das Landgericht Göttingen gegen einen 49-jährigen mutmaßlichen Drogendealer aus Bulgarien verhandelt. Jetzt ist der ungewöhnlich lange, zähe und aufwändige Prozess überraschend zu Ende gegangen.

Voriger Artikel
Kritik an Konzept in Göttingen
Nächster Artikel
Podiumsdiskussion zur Flüchtlingspolitik
Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die erste große Strafkammer verurteilte den Angeklagten zu acht Jahren Freiheitsstrafe. Die Richter befanden den 49-Jährigen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie des unerlaubten Handels damit für schuldig.

Übergabe vereitelt

Der Angeklagte soll Drahtzieher eines Heroinschmuggels gewesen sein, der im Herbst 2011 aufgeflogen war. Die Polizei hatte damals am Kaufpark in Göttingen die Übergabe von vier Kilo Heroin vereitelt, die ein Kurier von Bulgarien nach Deutschland geschmuggelt hatte.

Das Gericht entsprach mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die drei Verteidiger des Angeklagten hatten dagegen auf Freispruch plädiert. Sie stellten außerdem diverse Hilfsbeweisanträge sowie einen Befangenheitsantrag, der als unzulässig abgelehnt wurde.

Bereits in den Monaten zuvor hatten die Verteidiger – zwei Rechtsanwälte aus Frankfurt und Potsdam sowie eine Anwältin aus Bulgarien – das Verfahren durch immer neue Beweis- und Befangenheitsanträge in die Länge gezogen.

Immer neue Anträge

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor bereits zweimal ihr Plädoyer abgehalten. Jedes Mal musste das Gericht erneut in die Beweisaufnahme eintreten, weil die Verteidiger wieder neue Anträge gestellt hatten. Da diese auch weiterhin an dieser Strategie festzuhalten schienen, hatte die Kammer bereits Termine bis ins Jahr 2017 hinein angesetzt.

Dass das Gericht nun plötzlich ein Urteil verkünden konnte, war überraschend. Der letzte Prozesstag war allerdings rekordverdächtig: Das Gericht tagte bis in den Abend hinein, die Sitzung endete erst um 20.30 Uhr.

Keine Angabe über Hintermänner

Der Angeklagte war im Juli 2013 von Bulgarien nach Deutschland ausgeliefert worden. Ein Jahr zuvor hatte das Landgericht Göttingen drei Mittäter zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Polizei hatte von dem Herointransport unter anderem durch abgehörte Telefonate erfahren und dann bei der geplanten Übergabe in Göttingen zugegriffen.

Der aus Bulgarien stammende Fahrer sowie zwei Mittäter aus Litauen hatten vor Gericht die Anklagevorwürfe weitgehend eingeräumt, allerdings keine Angaben über die Hintermänner des Drogenschmuggels gemacht. Im Zuge weiterer Ermittlungen kamen bulgarische Fahnder schließlich dem 49-jährigen auf die Spur.

Von Heidi Niemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis