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Adelebsen: Nicht erholsam genug?

Gemeinde kämpft um bessere Darstellung im Raumordnungsprogramm Adelebsen: Nicht erholsam genug?

Viel hat der Flecken Adelebsen in den vergangenen Jahren getan, um den Tourismus zu fördern. Das Rad- und Wanderwegenetz wurde ausgebaut, die Gemeinde gehört zum Naturpark Münden, in Adelebsen wurden ein Naturlehrpfad und ein Seniorenbewegungspark gebaut.

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Viel Fachwerk, Wälder und Berge: Blick von der Burg Adelebsen über den Ort.

Quelle: Hinzmann

Adelebsen. Zudem hat der Flecken einige Sehenswürdigkeiten zu bieten: Der Wohnturm der Burg Adelebsen gilt als Bauwerk von europäischem Rang, es gibt das Steinarbeitermuseum und einen bedeutenden jüdischen Friedhof.

Doch dem Landkreis Göttingen scheint das nicht zu reichen. Im Entwurf für das neue Regionale Raumordnungsprogramm hat Adelebsen kein Planzeichen E bekommen, das einen Standort mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Erholung kennzeichnet. Dagegen hat die Gemeinde nun in ihrer Stellungnahme protestiert und eine Aufnahme des Planzeichens gefordert.

Kritik an Windrad-Gebieten

Dass es dabei nicht nur um eine planungstechnische Kleinigkeit geht, macht Bürgermeister Holger Frase (SPD) deutlich. Er befürchtet, dass es ohne das Planzeichen schwieriger werden könnte, an Fördermittel zu kommen.
Auf die – in der Gemeinde derzeit hoch umstrittene Ausweisung von Flächen für Windräder – hat das Zeichen laut Frase keine unmittelbaren Auswirkungen. Allerdings könne es bei der Abwägung der Faktoren zu den Flächen durchaus mit einfließen.

In ihrer Stellungnahme weist die Gemeinde auf die besondere Belastung der Gemeinde durch die derzeit geplanten drei Winrad-Gebiete hin. Mit fast fünf Prozent des Gemeindegebiets sei Adelebsen überproportional belastet und einer besonderen Belastung des Landschaftsbildes ausgesetzt: „Die Umsetzung der Klimaschutzziele des Landkreises Göttingen kann nicht fast ausschließlich zu Lasten der Kommunen Adelebsen und Gieboldehausen gehen.“

Kleine Dörfer „praktisch abgehängt“

Die Abstände zu Siedlungen, so die Forderung, sollten auf mindestens 1400 Meter erweitert werden: „Dies ist nötig für die Erhaltung und die Wiederherstellung des sozialen Friedens in den betroffenen Ortschaften.“

Die Gemeinde äußert sich in ihrer Stellungnahme, die der Verwaltungsausschuss der Gemeinde abgesegnet hat, grundsätzlich sehr kritisch zu dem Entwurf des neuen Raumordnungsprogramms. Durch diesen würden die kleinen Ortschaften rund um das Grundzentrum „praktisch abgehängt“.

Diese Ausrichtung stehe einer Bewältigung des Bevölkerungsrückgangs entgegen. Die Siedlungsentwicklung in den kleinen Orten dürfe nicht völlig blockiert werden. Zudem wird der Entwurf als einengend empfunden: „Unserer Gemeinde wird kein Raum gegeben, sich von einem Grundzentrum in Richtung Mittelzentrum zu entwickeln.“

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