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Adelebser Kirchengemeinde setzt auf digitales Instrument

Fehlende Genehmigung Adelebser Kirchengemeinde setzt auf digitales Instrument

Im Gottesdienst ertönt eine Orgel – doch sie wird von keiner Organistenhand bedient. Dieses Szenario ist ab sofort in der katholischen Kirchengemeinde St. Hedwig und Adelheid möglich. Denn die Gemeinde hat sich eine digitale Orgel beschafft, die auch ohne Organisten spielen kann.

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In der katholischen Kirche St. Hedwig und Adelheid: Michael Uhrmacher zeigt die Orgel, die ohne Organisten spielt.

Quelle: Hinzmann

Adelebsen. Der Grund für die ungewöhnliche Anschaffung: Die Gemeinde habe Schwierigkeiten, Organisten für die Gottesdienste zu finden, erklärt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Michael Uhrmacher. Schon der Anfahrtsweg von Göttingen ins 20 Kilometer entfernte ländliche Adelebsen schrecke Musiker ab, heißt es in einer Mitteilung der Kirche. Die Kirchengemeinde in Adelebsen leide schon seit längerem unter dem Organistenmangel. Während der Gottesdienste seien die Kirchenlieder immer häufiger ohne musikalische Begleitung angestimmt worden.

Nun aber konnte Gemeinde eine digitale Kirchenorgel beschafft werden, die auch ohne Organisten spielen kann. Das Instrument hat laut Uhrmacher 12 700 Euro gekostet. Die Orgel, eine Gloria Klassik 226, besitzt den Angaben zufolge zwei Manuale, ein 30-töniges Pedal und 26 klingende Register.

Das Instrument kann von einem Organisten direkt gespielt werden, verfügt aber auch über eine Selbstspieleinrichtung. Ein Mikrocomputer hat die Lieder mit ihrer Nummer aus dem katholischen Gesangbuch „Gotteslob“ gespeichert. Per Funk kann die Orgel von überall in der Kirche gesteuert werden. Die Anschaffung des Instruments wurde durch zwei Großspenden möglich. Die neue Orgel stammt von der Firma Kisselbach in Kassel. Die alte, teilweise defekte Orgel soll laut Uhrmacher weiter in der Kirche stehen bleiben.

Bundesweit hat die Firma Kisselbach nach eigenen Angaben schon so manche katholische Kirchengemeinde mit einer digitalen Orgel ausgestattet. Das Bistum Hildesheim hat allerdings gleich zwei Probleme mit der Adelebser Orgel. Das Instrument sei zum einen gar nicht vom Bistum genehmigt, sagt Sprecherin Petra Meschede. Eine Genehmigung müsse aber grundsätzlich bei allen Anschaffungen im Wert von mehr als 5000 Euro erfolgen.

Zum anderen gebe es einen alten Bistums-Erlass, nach dem keine Digitalorgeln erlaubt seien. Über beide Einwände müsse nun mit der Gemeinde gesprochen werden. Die will ihre neue Orgel eigentlich am Sonntag, 15. März, im Gottesdienst um 9.30 Uhr mit dem Göttinger Dechanten Wigbert Schwarze einweihen – vermutlich ohne Organisten.

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