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Pfandbettler auf dem Weihnachtsmarkt

Ärger in Göttingen Pfandbettler auf dem Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarktbesucher in Göttingen sollen in diesem Jahr verstärkt von aufdringlichen Bettlern nach ihren Pfandgläsern gefragt und gar bestohlen worden sein. Das berichten mehrere Gäste und Budenmitarbeiter. Polizei und Stadtverwaltung können das nicht bestätigen.

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Begehrte Ware unter Bettlern und Dieben: zwei Euro gibt es für jedes zurückgebrachte Glas.

Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. Seit diesem Jahr gibt es erstmals zwei Euro Pfand Für jedes zurückgebrachte Glas an den Ständen. Und erst in diesem Jahr hätten die Pfandbettelei und der Gläserdiebstahl, die es zuvor auch schon gegeben habe, überhand genommen, ist sich Kalan Steins, Betreiber des Alpkäse-Raclette-Standes, sicher. Es seien immer die gleichen Bettler, die am Tag und am Abend nach Gläsern fragten. „Das ist eine Gruppe von sechs oder sieben Leuten, die hier herumlaufen“, sagt er. Steins will auch schon gesehen haben, wie die Bettler Pfandgläser unachtsamen Gästen vom Tisch gestohlen haben. „Wenn man das Glas abstellt und kurz nicht hinguckt, ist es plötzlich weg“, sagt Steins. Dass es in diesem Jahr schlimmer geworden sei, bestätigt auch ein Mitarbeiter von „Marco‘s Tiroler Hütte“. Er habe schon oft mitbekommen, wie Kunden belästigt worden seien. „Es sind immer die selben Personen“, sagt er und fügt an: „Wenn ich so etwas sehe, dann schicke ich die Bettler weg. Aber eine Stunde später sind sie wieder da.“ 

Nach eigenen Aussagen massiv belästigt wurde der Student Tobias Eilers. Seinen Angaben zufolge wurde er auch körperlich bedrängt. „Die Krönung war, dass während einer dieser Bettelangriffe unsere neben uns stehenden, halbvollen Gläser gestohlen wurden“, sagt er.

Die Weihnachtsmarktbesucherin Birgit Bagge ist in diesem Jahr nach eigenen Angaben zwar verstärkt angesprochen, aber nicht belästigt worden: „Ich habe ‚Nein‘ gesagt und mit dem Kopf geschüttelt, und dann sind sie auch wieder gegangen“, sagt Bagge. 

Es gibt aber auch Budenmitarbeiter und Gäste, die keine aggressive Bettelei bemerkt oder erfahren haben. Er habe zwar beobachtet, dass Leute angesprochen wurden, ihm seien aber keine Bettler aufgefallen, die Gäste massiv bedrängt oder bestohlen hätten, sagt ein Mitarbeiter des Wintercafés. „Sicherlich ist das ein Thema, aber es ist schwer nachvollziehbar für uns an den Ständen“, sagt er. Ob die zurückgegebenen Gläser gestohlen oder erbettelt worden sind, könne er schließlich nicht zurückverfolgen.

Mitarbeitern des Standes „Heimatglühen“ vor dem Bullerjahn sind ebenfalls weder Betteleien noch Diebstähle in verstärkter Form aufgefallen. Beschwerden seien bei ihnen auch nicht eingegangen.

Pfandbettelei gebe es, die Vorfälle hätten im Vergleich zu den vergangenen Jahren aber nicht zugenommen, sagt auch Daniel Asmuß, Vorsitzender des Göttinger Weihnachtsmarktvereins. „Natürlich ist es ärgerlich, aber wie soll man damit umgehen?“, erklärt er. Die Stadtverwaltung kann den Eindruck von Besuchern und Standmitarbeitern, dass die Anzahl der Vorfälle zugenommen habe, ebenfalls nicht bestätigen. „Im Vergleich zu den letzten Jahren findet es in diesem Jahr in etwa gleichem Rahmen statt“, teilt sie auf Anfrage mit. Der Stadtordnungsdienst zeige vor Ort Präsenz und schreite nach Möglichkeit ein. Bei der Innenstadtwache der Polizei in Göttingen seien keine Beschwerden eingegangen, sagt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. „Wir werden trotzdem handeln und die Streifentätigkeiten erhöhen. „Wenn jemand massiv bedrängt wird, soll er sich bei der Innenstadtwache am Markt melden.“

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